Alain Rappsilber | Schornsteinfeger - Bist du eher Glücksbringer, Flirtpartner oder Dienstleister?
Folge 7 | 15. Dezember 2022
Viel Geld verdienen, früh Feierabend machen und kaum etwas arbeiten müssen: Mit diesen drei Versprechen überzeugte seine Tante ihn einst davon, Schornsteinfeger zu werden. Heute weiß Alain Rappsilber, dass keines davon stimmte – und würde sich trotzdem jederzeit wieder für diesen Beruf entscheiden. Seit mehr als 30 Jahren ist der gebürtige Berliner als Schornsteinfegermeister in Kreuzberg unterwegs, kennt unzählige Dächer der Hauptstadt und hat dabei außergewöhnliche Einblicke in das Leben ihrer Bewohner gewonnen. Mit André Puchta spricht er über seinen abwechslungsreichen Berufsalltag, die Herausforderungen der Energiekrise und die Frage, warum Schornsteinfeger bis heute als Glücksbringer gelten. Aufgewachsen in Britz und Neukölln, absolvierte Alain Rappsilber Anfang der 1990er-Jahre seine Ausbildung und entwickelte eine große Leidenschaft für sein Handwerk. Heute ist er auch Gebäudeenergieberater und beschäftigt sich mit modernen Heizungsanlagen, Energieeffizienz und Brandschutz. Offen erzählt er, warum während der Energiekrise plötzlich wieder alte Kachelöfen gefragt waren, welche Gefahren von improvisierten Heizlösungen ausgehen und wie sich bereits mit einfachen Maßnahmen Heizkosten sparen lassen. Dabei berichtet er auch von ungewöhnlichen Begegnungen hinter verschlossenen Wohnungstüren, persönlichen Schicksalsschlägen seiner Kundschaft und spektakulären Ausblicken vom Berliner Fernsehturm. Doch Alain Rappsilber engagiert sich nicht nur beruflich für die Sicherheit anderer Menschen. Mit der Initiative „Schwarz bringt Glück“ setzt er sich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen für schwarze Tierheimtiere ein, die häufig schwerer ein neues Zuhause finden. Ein eigens produzierter Schornsteinfeger-Kalender sammelt Spenden für Tierheime und soll gleichzeitig gesellschaftliche Vorurteile abbauen. Auch über seine persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung als schwuler Mann und sein weiteres soziales Engagement spricht er.
Stefan Dudzus | Detektiv - Wie hoch ist die Erfolgsquote bei deinen Ermittlungen?
Folge 6 | 15. November 2022
Mit zwölf Jahren klärte er seinen ersten Fall auf: Gemeinsam mit seinem Bruder machte er den Autofahrer ausfindig, der eine Katze überfahren hatte. Aus der kindlichen Neugier auf ungelöste Rätsel entwickelte sich später ein außergewöhnlicher Beruf. Seit mehr als 40 Jahren arbeitet Stefan Dudzus als Privat- und Wirtschaftsdetektiv und ermittelt in Fällen, bei denen es um Untreue, Betrug, Diebstahl und manchmal um beträchtliche Geldsummen geht. Mit André Puchta spricht er über spektakuläre Ermittlungen, menschliche Abgründe und die Frage, wie viel Sherlock Holmes tatsächlich im Alltag eines Privatdetektivs steckt. Nachdem er zunächst in der Versicherungsbranche gearbeitet hatte, gründete Stefan Dudzus 1981 gemeinsam mit seiner damaligen Lebenspartnerin eine eigene Detektei in Berlin-Moabit. Seitdem hat er zahlreiche außergewöhnliche Fälle erlebt. Besonders eindrücklich berichtet er von Ermittlungen gegen eine große Erotikhandelskette, bei denen zunächst mehrere Filialleiter auffielen, bevor sich die Spur bis in die Führungsebene des Unternehmens zog. Auch die Geschichte einer Berliner Beatles-Coverband, deren wertvolle Instrumente aus einem gestohlenen Tourbus verschwanden, hat es in sich. Stefan Dudzus konnte die Beute aufspüren, geriet durch sein eigenmächtiges Vorgehen allerdings selbst mit dem Gesetz in Konflikt. Offen erklärt er, welche rechtlichen Grenzen Detektive beachten müssen, warum heimliche Telefonüberwachung tabu ist und weshalb er manche Aufträge aus Verantwortung gegenüber den betroffenen Menschen ablehnt. Dabei spricht er auch über Eifersucht, digitale Spionage, Schwarzarbeit und die Kunst, bei verdeckten Ermittlungen glaubwürdig in andere Rollen zu schlüpfen. Für eine besondere Überraschung sorgt sein zweites berufliches Standbein: Stefan Dudzus ist ausgebildeter Berufspilot und besitzt sogar eine Musterberechtigung für die Boeing 747.
Christian Oberfuchshuber | Warm-Upper - Warst du nicht mal Kandidat bei „Der Preis ist heiß“?
Folge 5 | 15. Oktober 2022
Wenn bei „Germany’s Next Topmodel“, „The Voice of Germany“ oder „Wetten, dass..?“ das Studiopublikum begeistert applaudiert, steckt dahinter häufig ein Mann, den Fernsehzuschauer kaum zu Gesicht bekommen: Christian Oberfuchshuber. Seit Jahrzehnten gehört der gebürtige Oberbayer zu den bekanntesten Warm-uppern Deutschlands und sorgt dafür, dass selbst müde Zuschauer in ausgelassene Stimmung kommen. Mit André Puchta spricht er über die Geheimnisse der Fernsehunterhaltung, außergewöhnliche Begegnungen mit Prominenten und die Frage, warum professionelles Stimmungmachen deutlich anspruchsvoller ist, als es aussieht. Schon als Schüler war Christian Oberfuchshuber der Klassenclown. Eigentlich wollte er Busfahrer oder Pfarrer werden, entschied sich schließlich aber für eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Seine Leidenschaft für die Bühne entdeckte er bei einem Besuch der Late-Night-Show von Thomas Gottschalk. Wenig später gewann er als Kandidat bei „Der Preis ist heiß“ Sachpreise im Wert von rund 34.000 D-Mark – darunter ein Auto und ein Fernglas, das er noch immer besitzt. Heute gehört das Anheizen großer Fernsehshows zu seinem Alltag. Zwölf Jahre lang begleitete er die Talkshow „Britt“, war bei „Popstars“ im Einsatz und arbeitete mit zahlreichen Größen der deutschen Unterhaltungsbranche zusammen. Offen erzählt er von peinlichen Versprechern, kuriosen Publikumserlebnissen und den Herausforderungen stundenlanger Fernsehaufzeichnungen. Besonders eindrücklich berichtet er vom Finale von „Germany’s Next Topmodel“ 2015 in Mannheim, das nach einer Bombendrohung abgebrochen werden musste. Vor rund 15.000 Menschen übernahm er damals die Aufgabe, das Publikum ruhig durch die Evakuierung zu führen. Auch über seine Moderation vor mehr als 100.000 Konzertbesuchern, die beruflichen Folgen der Coronapandemie und seine selbst produzierte Web-Talkshow mit über 60 Folgen spricht er.
Lady Susan | Domina - Wie viele Peitschen hast du im Studio?
Folge 4 | 15. September 2022
Fünf Anläufe brauchte sie, bis das Finanzamt ihr überhaupt die Unterlagen für ihre Gewerbeanmeldung zuschicken wollte. Der Grund: Lady Susan wollte sich als Domina selbstständig machen. Heute betreibt sie ein eigenes Studio in Berlin-Wedding, besitzt mehr als 100 Peitschen und empfängt Menschen mit den unterschiedlichsten Fantasien und Vorlieben. Mit André Puchta spricht sie über ihren außergewöhnlichen Berufsweg, die Welt des BDSM und die Frage, warum Dominanz für sie weniger mit Härte als vielmehr mit Persönlichkeit, Vertrauen und Einfühlungsvermögen zu tun hat. Ursprünglich absolvierte Lady Susan eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Nach dem Ende einer längeren Beziehung besuchte sie aus Neugier einen SM-Club – und fühlte sich dort auf Anhieb so wohl, als wäre sie nach Hause gekommen. 2010 begann sie schließlich, ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen. Offen erzählt sie, wie ihre Familie auf diesen Schritt reagierte, welche Vorurteile ihr bis heute begegnen und weshalb sie sich entschieden gegen die Stigmatisierung selbstbestimmt arbeitender Frauen ausspricht. Dabei gewährt sie ungewöhnliche Einblicke in ihren Berufsalltag: Ihr rund 120 Quadratmeter großes Studio verfügt über verschiedene Spielräume, eine gemauerte Zelle und zahlreiche Utensilien. Zu ihren Gästen gehören Menschen aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und Altersgruppen – darunter sogar ein 94-Jähriger. Lady Susan erklärt, warum Diskretion unverzichtbar ist, welche persönlichen Grenzen sie setzt und weshalb gegenseitiges Vertrauen die Grundlage ihrer Arbeit bildet. Auch skurrile Erlebnisse bleiben nicht aus, etwa ein Gast im Tigerkostüm, der sich von ihr als Dompteuse führen lassen wollte. Daneben spricht sie über die wirtschaftlichen und persönlichen Folgen der Coronapandemie, ihre Arbeit mit Nachwuchsdominas und einen ungewöhnlichen Zukunftstraum: ein Seniorenheim für Menschen mit besonderen Vorlieben.
Andreas Lorenz | Flirtcoach - Wie schaffe ich es, die Angst vor dem Ansprechen zu überwinden?
Folge 3 | 15. August 2022
Stottern, zitternde Knie und die Angst vor einem Korb: Andreas Lorenz kennt die Unsicherheit beim Flirten aus eigener Erfahrung. Als Jugendlicher war er schüchtern, landete immer wieder in der sogenannten Friendzone und wusste häufig nicht, wie er Frauen ansprechen sollte. Heute ist der gebürtige Regensburger erfolgreicher Flirtcoach und unterstützt Menschen dabei, ihre Ängste zu überwinden, selbstbewusster aufzutreten und einen passenden Partner zu finden. Mit André Puchta spricht er über die Geheimnisse erfolgreicher Begegnungen, die Schwierigkeiten der modernen Partnersuche und die Frage, warum echte Liebe seiner Meinung nach mehr bedeutet als möglichst viele Dates. Mit 17 Jahren entdeckte Andreas Lorenz zufällig ein Buch über das Flirten, das seine Sicht auf zwischenmenschliche Beziehungen nachhaltig veränderte. Nach einem freiwilligen sozialen Jahr absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger in München. Dort nutzte er jede Gelegenheit, um seine kommunikativen Fähigkeiten zu verbessern und fremde Menschen im Alltag anzusprechen. 2014 zog er nach Berlin und begann, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Der Weg in die Selbstständigkeit war allerdings steinig: Mehrere Jahre lebte er zeitweise am Existenzminimum, reiste für Coachings quer durch Deutschland und konnte sich häufig nicht einmal eine Hotelübernachtung leisten. Heute führt er ein eigenes Unternehmen und hat seine Erfahrungen im Buch „From Zero to Hero – Wie ich lernte, die schönsten Frauen zu erobern“ verarbeitet. Offen erzählt er, mit welchen Unsicherheiten sich seine Klienten beschäftigen, warum beruflicher Erfolg nicht automatisch Selbstvertrauen beim Dating bedeutet und weshalb die Angst vor Zurückweisung oft die größte Hürde ist. Außerdem gibt er praktische Tipps für das Kennenlernen im Supermarkt, auf der Straße und über Dating-Apps. Dabei betont er, wie wichtig Authentizität, gegenseitiger Respekt und die Akzeptanz persönlicher Grenzen sind.
Olaf Ihlefeldt | Friedhofs-Manager - Wie war deine Begegnung mit Queen Elizabeth II und Prinz Philip?
Folge 2 | 15. Juli 2022
Ein Friedhof als Filmkulisse für eine weltweit erfolgreiche Netflix-Serie, als Begegnungsstätte für Kulturbegeisterte und als Schauplatz eines königlichen Staatsbesuchs: Olaf Ihlefeldt kennt einen Arbeitsplatz, der ungewöhnlicher kaum sein könnte. Seit mehr als 30 Jahren leitet er den Südwestkirchhof Stahnsdorf vor den Toren Berlins, einen der größten und bedeutendsten Friedhöfe Europas. Mit André Puchta spricht er über die bewegende Geschichte dieses besonderen Ortes, außergewöhnliche Begegnungen und die Frage, warum ein Friedhof viel mehr sein kann als ein Ort des Abschieds. Auf rund 206 Hektar erstreckt sich eine weitläufige, parkähnliche Anlage mit historischen Grabstätten, verwunschenen Wegen und einer einzigartigen Holzkapelle im Stil norwegischer Stabkirchen. Mehr als 130.000 Menschen haben hier ihre letzte Ruhe gefunden, darunter bedeutende Persönlichkeiten wie Werner von Siemens, der Komponist Engelbert Humperdinck und Schauspieler Manfred Krug. Internationale Aufmerksamkeit erhielt der Friedhof als Drehort der Netflix-Erfolgsserie „Dark“, deren Fans bis heute von der besonderen Atmosphäre der historischen Kapelle fasziniert sind. Besonders eindrücklich erinnert sich Olaf Ihlefeldt an den 3. November 2004, als er Königin Elizabeth II. und Prinz Philip persönlich auf dem britischen Soldatenfriedhof begrüßen durfte. Er erzählt von monatelangen Vorbereitungen, einer überraschend herzlichen Begegnung und der besonderen Bedeutung dieses Besuchs für die deutsch-britische Verständigung. Doch sein Beruf besteht keineswegs nur aus prominenten Begegnungen und Denkmalpflege. Täglich begleitet er trauernde Angehörige, organisiert individuelle Abschiede und engagiert sich für eine lebendige Erinnerungskultur. Besonders wichtig sind ihm Führungen für Kinder und Jugendliche, denen er den Umgang mit Tod und Trauer behutsam näherbringt. Mit Konzerten, Kulturveranstaltungen und digitalen Angeboten möchte er den Friedhof zugleich als Ort der Begegnung erhalten.
Helga Molling | Berlins ältestes Revuegirl - 1964 erstmals auf der großen Bühne des Friedrichstadt-Palast
Folge 1 | 15. Juni 2022
Mehr als ein halbes Jahrhundert gehörte der Friedrichstadt-Palast zu ihrem Leben. Helga Molling stand auf seiner Bühne, tanzte in prachtvollen Revuen, begegnete internationalen Stars und erlebte die wechselvolle Geschichte des berühmten Berliner Revuetheaters hautnah mit. Für die Premierenfolge von „Schüchtern bis nüchtern“ begrüßt André Puchta die damals 82-jährige ehemalige Tänzerin, die mit ihrer Lebensfreude, ihrem Humor und ihren Erinnerungen ein außergewöhnliches Stück deutscher Unterhaltungsgeschichte lebendig werden lässt. 1940 in Dresden geboren und in Chemnitz aufgewachsen, entdeckte Helga Molling früh ihre Leidenschaft für den Tanz. Nach ihrer Ausbildung und einem erfolgreichen Vortanzen begann sie 1964 ihre Karriere am alten Friedrichstadt-Palast. Bis zur Spielzeit 1979/1980 gehörte sie zum Ballettensemble und erlebte einen anspruchsvollen Theateralltag mit täglichen Proben, sechs Arbeitstagen pro Woche und regelmäßig wechselnden Revueprogrammen. Sie erinnert sich an Auftritte mit Künstlern wie Manfred Krug, internationale Gastspiele in sozialistischen Ländern und aufwendig bestickte Kostüme, die nicht nur wunderschön, sondern auch erstaunlich schwer waren. Besonders kurios sind ihre Erinnerungen an tierische Bühnenstars, darunter acht Eisbären, die zur Eröffnung des neuen Friedrichstadt-Palastes 1984 auftraten. Doch auch die politischen Schattenseiten der DDR kommen zur Sprache. Offen berichtet sie von einem gescheiterten Anwerbeversuch durch die Staatssicherheit und der späteren Erkenntnis, dass sogar Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld Informationen weitergegeben hatten. Nach ihrer aktiven Tanzkarriere wechselte sie in die Verwaltung und Gästebetreuung des Hauses, wo sie noch viele weitere Jahre tätig blieb. Mit viel Humor erzählt sie von ungewöhnlichen Zuschaueranfragen, verirrten Theatergästen und ihrer besonderen Verbundenheit mit dem Ensemble.






