Minino Ack | Außerirdischer - Sind wir Menschen wirklich nur auf Platz 438 der Intelligenzrangliste?

Folge 147 | 1. November 2026

412 Erdenjahre alt, eine Locke als Kommunikationsantenne und ein Lebenslauf, der jeden Personalchef überfordern dürfte: Minino Ack, kurz Mino, stammt vom Planeten Miminon und arbeitet als intergalaktischer Beobachter menschlicher Verhaltensauffälligkeiten. Für eine außergewöhnliche Sonderfolge von „Schüchtern bis nüchtern“ macht der fiktive Weltraumreisende auf der Erde Station. Mit André Puchta spricht er über seine zwölf Lichtjahre lange Anreise, die Deutsche Bahn und einen Vorgesetzten mit sieben Gehirnen, der keines davon regelmäßig benutzt. Er erzählt von seiner 87-jährigen Beziehung, einem folgenreichen Currywurst-Experiment und den Schwierigkeiten, in Berlin nach dem Weg zu fragen. Warum bezahlen Menschen dafür, schwere Gewichte immer wieder hochzuheben? Weshalb verbringen sie so viel Zeit mit ihren Handys? Und warum behandeln sie ihren einzigen Planeten wie ein Hotelzimmer, das sie morgen verlassen wollen? Zwischen kosmischem Unsinn und überraschend menschlichen Erkenntnissen entsteht ein satirisches Interview über Liebe, Bürokratie, gesellschaftliche Widersprüche und die Frage, wie intelligent die Menschheit tatsächlich ist.

Heiko Kleibrink | Tanztrainer & ehemaliger Profitänzer -  Wer führt hier eigentlich wen?

Folge 146 | 31. Oktober 2026 

Mit neun Jahren beginnt Heiko Kleibrink zu tanzen. In der Schule nennen sie ihn „Fred Astaire“, später gewinnt er achtmal in Folge die Deutsche Profimeisterschaft im Standardtanz und wird dreimal Vizeweltmeister in der Kür. Doch der Weg an die Spitze verlangt Disziplin und persönliche Opfer. Selbst als erfolgreicher Profitänzer reichen seine Preisgelder häufig gerade für Reise- und Hotelkosten. Mit André Puchta spricht er über seinen Ehrgeiz, die prägende Beziehung zu seinem langjährigen Trainer und den schmerzhaften Abschied vom Turniersport, nachdem er Vater geworden ist. Er erinnert sich an einen privaten Tanzunterricht für Michael und Corinna Schumacher, eine außergewöhnliche Wette bei „Wetten, dass..?“ und eine überraschende Begegnung mit Oliver Pocher. Warum kann ein gemeinsamer Tanzkurs sogar eine glückliche Ehe gefährden? Wie erkennt man Harmonie zwischen zwei Menschen, bevor die Musik beginnt? Und weshalb bereitet ihm die Zukunft des Vereinssports Sorgen? Ein persönliches Gespräch über Leistungsdruck, Partnerschaft, gesellschaftliche Vorurteile und die Kunst, sich auch ohne perfekte Schritte von der Musik mitreißen zu lassen.

Johanna Debes | Gesundheitspraktikerin für Sexualität & Weiblichkeit - Wie viel Freiheit steckt in unserem Körper?

Folge 145 | 30. Oktober 2026

Schon als Kind beschäftigt sich Johanna Debes intensiv mit dem menschlichen Körper. Mit einem Herzfrequenzmessgerät geht sie vor der Schule joggen und experimentiert mit ihrer Atmung. Später lebt sie in Brasilien, arbeitet als Schauspielerin und entwickelt Theaterprojekte über Nähe, Berührung und gesellschaftliche Tabus. Heute begleitet sie als Gesundheitspraktikerin für Weiblichkeit und Körperbewusstsein Frauen dabei, sich selbst besser kennenzulernen und von Scham und fremden Erwartungen zu befreien. Zu ihren ungewöhnlichsten Angeboten gehören Workshops, in denen Frauen lernen, die Vielfalt ihrer Körper ohne Vergleiche und Bewertungen wahrzunehmen. Mit André Puchta spricht sie über gesellschaftliche Schönheitsideale, fehlende Aufklärung und den Leistungsdruck, der selbst unsere intimsten Beziehungen prägt. Warum kennen viele Frauen ihren eigenen Körper so wenig? Was verändert sich, wenn aus Unsicherheit plötzlich Neugier wird? Und weshalb können die Wechseljahre auch einen persönlichen Aufbruch bedeuten? Ein offenes Gespräch über Selbstbestimmung, Körperakzeptanz, persönliche Grenzen und Johannas mutigen Weg von der Schauspielbühne in eine selbstbestimmte Mehrgenerationengemeinschaft.

Christiane Will | Ruder-Weltmeisterin & Expertin für Reittherapie - Was können wir von Pferden über uns selbst lernen?

Folge 144 | 26. Oktober 2026

1998 steht Christiane Will bei der Ruder-Weltmeisterschaft in Köln ganz oben auf dem Siegerpodest. Nach 15 Jahren Leistungssport hat sie ihr großes Ziel erreicht – doch mitten in Freude und Erleichterung spürt sie bereits eine innere Leere. Später arbeitet sie als Anwältin in einer renommierten Kanzlei, ist beruflich erfolgreich und fühlt sich dennoch rastlos und unzufrieden. Dann kauft sie ohne nennenswerte Reiterfahrung einen temperamentvollen Araberwallach, ein ehemaliges Rennpferd. Diese Begegnung verändert ihr Leben grundlegend. Mit André Puchta spricht sie über den hohen Preis sportlicher Höchstleistungen, die Orientierungslosigkeit nach dem Karriereende und ihre Zusammenarbeit mit dem berühmten Pferdetrainer Monty Roberts. Können Pferde menschliche Angst und Unsicherheit erkennen? Warum hält sie das Reiten in der Stadt für tierschutzwidrig? Und wie können Pferde Menschen mit psychischen Belastungen unterstützen? Ein persönliches Gespräch über Selbstverantwortung, gesellschaftlichen Leistungsdruck, die Grenzen pferdegestützter Therapie und die Erkenntnis, dass Erfolg nicht zwangsläufig glücklich macht.

Markus Köhnlein | Vom Black Metal auf die Yogamatte – Wie viel Mut braucht ein Neuanfang?

Folge 143 | 23. Oktober 2026 

Vom Black Metal zur Yogamatte: Markus Köhnlein hat sein Maschinenbaustudium abgebrochen, um ohne Plan B nach Indien zu reisen. Gemeinsam mit seinem Bruder war er zweieinhalb Jahre in Asien unterwegs, absolvierte eine Yogalehrerausbildung und entdeckte die Spiritualität für sich. Mit André Puchta spricht der heutige Yogalehrer, Musiker und Autor über Selbstzweifel, die Angst vor falschen Entscheidungen und den Mut, gesellschaftliche Erwartungen hinter sich zu lassen. Er erzählt, warum sein Bruder eine Abfindung mit ihm teilte und weshalb es neun Jahre dauerte, bis sein Roman „Das Kleine Selbst und sein Freund namens Ego“ erschien. Auch die Schattenseiten der Spiritualität kommen zur Sprache: Warum hält er „Good Vibes Only“ für problematisch? Und weshalb sollten spirituelle Lehrer keine Heilsversprechen machen?

Andrea Ballschuh | Moderatorin - Was füllt ein Leben, wenn Erfolg nicht reicht?

Folge 142 | 21. Oktober 2026

Mit elf Jahren steht Andrea Ballschuh erstmals vor der Kamera des DDR-Fernsehens, mit zwölf erlebt sie einen Blackout in einer Livesendung. Später moderiert sie mehr als 3.000 Ausgaben von „Volle Kanne“ und wird zu einem vertrauten Gesicht des ZDF. Doch der berufliche Erfolg hat auch eine andere Seite: Schönheitsideale, verletzende Kommentare und der ständige Druck, Erwartungen zu erfüllen. Mit André Puchta spricht sie über prägende Begegnungen mit André Heller und Christoph Schlingensief, den Wandel der Fernsehbranche und eine schwere persönliche Krise. Als gleich vier Sendungen wegfallen und ihre Selbstständigkeit in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät, muss sie vieles neu bewerten. Wie findet man Halt, wenn Sicherheiten wegbrechen? Warum spielt ihr christlicher Glaube dabei eine entscheidende Rolle? Ein offenes Gespräch über Selbstwert, persönliche Rückschläge, neue Zuversicht und ihr Buch „Volle Kanne leben“.

Vince Bahrdt & Volkan Baydar | Orange Blue - Warum ist die beste Zeit vielleicht noch gar nicht vorbei?

Folge 141 | 15. Oktober 2026

Seit mehr als 30 Jahren verbindet Volkan Baydar und Vince Bahrdt eine außergewöhnliche musikalische Freundschaft. Als „Orange Blue“ feierten die beiden Hamburger Musiker große Erfolge, erhielten Goldene Schallplatten und schrieben Musik für Hollywood. Kennengelernt haben sie sich 1992 über eine Anzeige in einer Musikzeitschrift. In ihrem ersten gemeinsamen Podcast-Interview seit über zehn Jahren, exklusiv bei „Schüchtern bis nüchtern“, sprechen sie mit André Puchta über ihre Anfänge, den überraschenden Durchbruch und die unterschiedlichen Charaktere, die ihre Zusammenarbeit bis heute prägen. Auch künstliche Intelligenz, gesellschaftliche Veränderungen und die Zukunft der Musikbranche kommen zur Sprache. Mit einem neuen Album und einer Deutschlandtour 2027 schlagen „Orange Blue“ ein weiteres Kapitel ihrer gemeinsamen Geschichte auf – voller neuer Ideen und ungebrochener Leidenschaft für die Musik.

Sabrina Rizzo | Kriminalforensikerin & Polizeicoach - Was verraten Täter, ohne es zu merken?

Folge 140 | 14. Oktober 2026 

Menschen beobachten, Verhalten entschlüsseln und erkennen, was andere lieber verbergen möchten – damit beschäftigt sich Sabrina Rizzo seit vielen Jahren. Die Kriminalforensikerin, Verhaltensexpertin, Polizeicoach und Autorin hat ihre beruflichen Wurzeln in der Luftsicherheit und unterstützt heute nach eigenen Angaben auch kriminalpolizeiliche Ermittlungen. Im Gespräch mit André Puchta erklärt sie, warum sich Lügen nicht an einzelnen Gesten erkennen lassen, weshalb Körpersprache häufig falsch interpretiert wird und wie Menschen gezielt manipuliert werden. Dabei spricht sie auch über ihre Erfahrungen im Autismus-Spektrum, ihre besondere Fähigkeit, menschliches Verhalten zu analysieren, und ihr neues Buch „Gegengift“, das sich mit toxischen Beziehungen und emotionaler Abhängigkeit beschäftigt.

Peyman Amin | Booker & Modelagent - Was hast du über Menschen und Schönheit gelernt?

Folge 139 | 9. Oktober 2026

Peyman Amin ist Modelagent, ehemaliger Juror bei „Germany’s Next Topmodel“ und seit mehr als 30 Jahren in der internationalen Modebranche tätig. Mit André Puchta spricht er über den Wandel der Schönheitsideale, steigende Anforderungen an Models und die Frage, wie künstliche Intelligenz die Zukunft der Branche verändert. Er erklärt, warum Persönlichkeit heute wichtiger denn je ist, weshalb er die Entwicklung von Castingshows kritisch betrachtet und wo für ihn die Grenzen zwischen beruflichem Erfolg und gesundheitlicher Verantwortung liegen. Auch sein Sieg bei „Die Verräter“ kommt zur Sprache: Peyman Amin erzählt von Vertrauen, menschlichen Fehlurteilen und dem Umgang mit öffentlichen Anfeindungen. Persönlich wird es, wenn der 55-Jährige über seine Rolle als Vater, die Werte spricht, die er seinem Sohn vermitteln möchte, und seinen Kindheitstraum, eines Tages ins Weltall zu reisen. Foto: Christoph Fein

Dilan Ucar | Autorin & Content Creatorin - Kann ein Apfelkuchen wirklich ein Leben verändern?

Folge 138 | 6. Oktober 2026

Dilan Ucar ist Autorin, Content Creatorin und eine Frau, deren Weg weit vor ihrem Erfolg auf Instagram begann. In ihrem Buch „Hoffnung schmeckt nach Apfelkuchen“ erzählt sie von der Insolvenz des Restaurants ihres Vaters, den Jahren finanzieller Sorgen und einer Liebe, die lange ohne den Segen der Familie ihres Mannes auskommen musste. Mit André Puchta spricht Dilan Ucar über ihre Kindheit als älteste von vier Töchtern, den Mut ihrer Mutter und die Suche nach einem eigenen Zuhause. Es geht um eine schwere Nacht, einen ungeplant gefilmten Apfelkuchen und die Frage, warum die Reaktionen fremder Menschen ihr damals so viel bedeuteten. Ein Gespräch über familiäre Erwartungen, Selbstwert und die Hoffnung, dass aus einem kleinen Anfang etwas Eigenes wachsen kann.

Achim Manz & Leon Heilmann | Tätowierer - Braucht Ötzi nach 5.300 Jahren ein Cover-up?

Folge 137 | 5. Oktober 2026 

Ein Tattoo im Gesicht mit 18? Nicht bei ihnen. Politische Motive? Ebenfalls tabu. Die Tätowierer Achim Manz und Leon Heilmann von Unique Art in Baden-Baden erzählen André Puchta, warum sie Aufträge ablehnen und KI-generierte Tattoo-Vorlagen oft an der Realität scheitern. Sie sprechen über misslungene Tattoos, schwierige Cover-ups, Schmerzen und die Frage, warum ein günstiger Preis teuer werden kann. Besonders bewegend wird es, als Achim Manz von einer Kundin erzählt, die beim Anblick des tätowierten Porträts ihres verstorbenen Hundes in Tränen ausbricht. Und ganz nebenbei verraten die beiden, wer beim Tätowieren mehr jammert: Männer oder Frauen. Ein Gespräch über Kunst, Verantwortung und Erinnerungen, die buchstäblich unter die Haut gehen.

Janina Korn | Sängerin - Was bleibt, wenn du niemandem mehr etwas beweisen musst?

Folge 136 | 23. September 2026

Eine Hochzeit auf dem Schrottplatz, ein Brautkleid für 150 Euro und ein berühmter Vater, den sie als Kind kaum kannte: Janina Korn hat einen ungewöhnlichen Lebensweg hinter sich. Mit André Puchta spricht die Schauspielerin, Sängerin und Reality-TV-Teilnehmerin über ihre Kindheit ohne Vater, den schmerzhaften Verlust ihrer Mutter und die Frage, wie man aus schwierigen Erfahrungen Stärke gewinnt. Sie erzählt, warum sie der Rauswurf aus dem „Sommerhaus der Stars“ so sehr getroffen hat, weshalb sie heute konsequenter Grenzen setzt und wie sie mit ihrem Mann Roland Heitz offen über dessen Prostatakrebserkrankung spricht. Außerdem geht es um ihre erste eigene Musik mit 42 Jahren, Vorurteile gegenüber ihrer Ehe und Zukunftspläne, die kein Alter kennen. Ein Gespräch über Liebe, Verlust, Neuanfänge und den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen.

Felix Plath | Lehrer – Tarnfleck, Tattoos, Tafel: Was macht einen guten Pädagogen aus?

Folge 135 | 21. September 2026

Vom Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz zum tätowierten Lehrer auf TikTok: Felix Plath hat einen ungewöhnlichen Berufswechsel gewagt. Heute unterrichtet der zweifache Vater an einer freien Schule in Chemnitz und begeistert mit seinen Videos Tausende Menschen. Mit André Puchta spricht er darüber, warum er die Bundeswehr für seine Familie verließ, weshalb das deutsche Schulsystem dringend Veränderungen braucht und wie Social Media den Alltag von Jugendlichen beeinflusst. Er erzählt von kreativen Schülerausreden, psychischen Belastungen, fehlenden sozialen Kompetenzen und einem Unterricht, der ohne Schulklingel erst um neun Uhr beginnt. Außerdem verrät er, warum Respekt nichts mit dem Siezen zu tun hat und weshalb er Jugendlichen von frühen Tattoos abrät. Ein Gespräch über moderne Bildung, Vertrauen und die Frage, was einen wirklich guten Lehrer ausmacht.

Wolfgang Leikermoser | Radiolegende - Wie viel Leiki steckt wirklich in „Guten Morgen Bayern“?

Folge 134 | 20. September 2026 

Seit 38 Jahren weckt Wolfgang „Leiki“ Leikermoser die Menschen bei „Antenne Bayern“ – und steht dafür jeden Morgen um 3.30 Uhr auf. Mit André Puchta spricht der Kultmoderator über die wilden Anfänge des Privatradios, seinen ungewöhnlichen Karriereweg und die Frage, warum echte Stimmen im Zeitalter künstlicher Intelligenz wichtiger denn je werden. Er verrät, weshalb eine KI an seiner Stimme scheiterte, was Mariah Careys Besuch mit einem umgebauten Lastenaufzug zu tun hatte und warum er für seine Sendung sogar in einer steilen Felswand übernachtete. Besonders persönlich wird es, als er vom Kriegsschicksal seines Vaters, dessen Tod und einem bewegenden Moment beim Deutschen Radiopreis erzählt. Ein Gespräch über Humor, Loyalität, prominente Begegnungen und die Magie des Live-Radios – mit einem Mann, dessen größter unerfüllter Wunsch ganz einfach ist: endlich ausschlafen.

Martin Frank | Kabarettist – Grüße aus Allegro Süd: Was weiß eine Kuh über das gute Leben?

Folge 133 | 19. September 2026

Er sang Opernarien im Kuhstall, traute als junger Standesbeamter sechs Paare und improvisierte bei einer Aufnahmeprüfung am Mozarteum auf Niederbayerisch statt Italienisch: Martin Franks Weg auf die Comedy-Bühnen war alles andere als geradlinig. Mit André Puchta spricht der Kabarettist und Bestsellerautor über seine Kindheit auf dem Bauernhof, seinen ungewöhnlichen Berufsweg und sein aktuelles Programm „Grüße aus Allegro Süd“. Besonders bewegend schildert er den Tag, an dem die letzten Kühe den elterlichen Hof verließen – und warum damit mehr als ein landwirtschaftlicher Betrieb verschwand. Es geht um sein Buch „Die Letzte macht das Licht aus“, Vorurteile gegenüber Landwirten, politische Streitkultur und die Frage, warum wir einander immer seltener zuhören. Ein Gespräch über Heimat, Abschied, gesellschaftliche Verantwortung und Humor, der auch unbequeme Wahrheiten aushält.

Nevio Passaro | Sänger, Songwriter & Produzent – Wie viel Papa steckt heute in deinem Pop?

Folge 132 | 18. September 2026

Kurz bevor Nevio Passaro die deutsche Nationalhymne singen sollte, wurde er rassistisch beleidigt. Warum ihn die Gleichgültigkeit anderer Menschen danach besonders erschütterte, erzählt der Sänger André Puchta in einem ungewöhnlich offenen Gespräch. Es geht um seine zwei Heimaten Deutschland und Italien, eine Tumoroperation, die zeitweise seine Gesangskarriere infrage stellte, und sein neues Musikprojekt „Papa Pop“. Gemeinsam mit Knossi, Bürger Lars Dietrich und weiteren Gästen verbindet er auf „Ciao Ragazzi“ süditalienische Tarantella mit deutscher Popmusik. Außerdem berichtet der zweifache Vater von kostenlosen Schulhofkonzerten mit mehr als 3.000 Besuchern und einem Mädchen, das dadurch selbst zur Musik fand. Ein Gespräch über Familie, Zivilcourage, politische Verantwortung und die Kraft der Musik, Menschen miteinander zu verbinden.

Florian Hacke | Kabarettist, Comedian und Poetry-Slammer – Darf man eigentlich noch über alles lachen?

Folge 131 | 16. September 2026 

Auf der Bühne spielte er Schiller, Shakespeare und einen Stasi-Mann im Musical „Hinterm Horizont“. Heute bringt Florian Hacke sein Publikum als Kabarettist zum Lachen – und spricht über Dinge, die im Familienalltag manchmal alles andere als lustig sind. Mit André Puchta erzählt der dreifache Vater, warum er in seiner Elternzeit für arbeitslos gehalten wurde, weshalb er manchmal am liebsten in ein Kissen schreien möchte und was ihn an traditionellen Männerbildern stört. Es geht um sein Buch „Ich könnte schreien! Manchmal auch vor Glück“, die gerechte Verteilung von Familienarbeit, politische Empörung und die Frage, ob man heute tatsächlich nichts mehr sagen darf. Außerdem verrät er, warum er lieber eigene Texte schreibt, statt große Theaterrollen zu spielen. Ein Gespräch über gesellschaftliche Widersprüche, ehrliche Elternschaft und Humor, der nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken bringen soll.

Claudia Moll | Politikerin & Altenpflegerin - Wie viel Eschweiler verträgt der Deutsche Bundestag?

Folge 130 | 14. September 2026

„Ich hatte mehr Angst im Nachtdienst mit 60 schwerkranken Menschen als vor dem Bundestag.“ Claudia Moll weiß, wovon sie spricht: Bevor die SPD-Politikerin 2017 in den Deutschen Bundestag einzog, arbeitete sie viele Jahre als Altenpflegerin. Mit André Puchta spricht die frühere Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung über steigende Pflegekosten, Fachkräftemangel und politische Entscheidungen, die aus ihrer Sicht oft an der Praxis vorbeigehen. Sie erzählt von einer bewegenden Sterbebegleitung mit Pizza und Wein, vom Gefühl, als Nichtakademikerin unterschätzt zu werden, und davon, warum sie jederzeit wieder in der Pflege arbeiten würde. Außerdem geht es um ihre Aufgaben im Verteidigungsausschuss, rheinischen Karneval und die überraschende Idee, einmal als Kuhfriseurin zu arbeiten. Ein Gespräch über Menschenwürde, Verantwortung und die Frage, was die Politik von Pflegekräften lernen kann.

Philipp Schwarzenberg | Partnervermittler - Ist Dating heute Liebe oder Auswahlverfahren?

Folge 129 | 12. September 2026

Kann man die große Liebe professionell vermitteln? Philipp Schwarzenberg ist Partnervermittler in zweiter Generation und bringt vor allem Unternehmer, Führungskräfte und Menschen mit wenig Zeit zusammen. Mit André Puchta spricht er über die Schattenseiten von Tinder und Co., unrealistische Erwartungen bei der Partnersuche und die Frage, warum es oft schwieriger ist, eine Beziehung zu erhalten, als einen Partner zu finden. Er erzählt, weshalb er selbst wohlhabende Kunden ablehnt, warum Ghosting für ihn ein absolutes Tabu ist und was sich beim Dating homosexueller Männer von der Partnersuche heterosexueller Menschen unterscheidet. Außerdem geht es um Altersunterschiede, Geld, körperliche Anziehung und seine eigene Ehe. Ein Gespräch über Liebe als Geschäft, die Illusion unbegrenzter Auswahl und die überraschende Erkenntnis, dass sich echte Liebe für ihn vor allem durch eines auszeichnet: Ruhe statt Schmetterlinge im Bauch.

Peter Frimberger | Swingerclub-Betreiber - Kann man Treue eigentlich ausziehen?

Folge 128 | 11. September 2026 

Vom Grill hinter der Bar zum Betreiber eines der größten Swingerclubs Europas: Peter Frimberger hätte sich seinen Berufsweg wohl selbst nicht so vorgestellt. Im österreichischen Seisenegg führt er die „Erlebnissauna Karibik“, in der sich auf rund 4.000 Quadratmetern Menschen mit ganz unterschiedlichen Vorstellungen von Lust und Beziehungen begegnen. Mit André Puchta spricht er über die größten Vorurteile gegenüber der Swingerszene, überraschende Begegnungen mit Arbeitskollegen oder der eigenen Schwiegermutter und die Frage, warum im Club längst nicht alle nackt sind. Er erzählt, weshalb klare Grenzen und gegenseitiges Einverständnis unverzichtbar sind, wie Eifersucht Beziehungen verändern kann und warum manche Gäste lieber stundenlang an der Bar sitzen. Ein Gespräch über sexuelle Freiheit, Diskretion, Scham und die überraschende Erfahrung, dass gesellschaftlicher Status ohne Kleidung plötzlich kaum noch eine Rolle spielt.

Andreas Neumann | Parodist - Wie viele Stimmen passen in einen Menschen?

Folge 127 | 9. September 2026

Als Heinz Erhardts Tochter Andreas Neumann auf der Bühne erlebte, hatte sie das Gefühl, ihr verstorbener Vater sei wieder da. Für den Parodisten, der bereits mit zwölf Jahren auftrat, war das ein bewegendes Kompliment und eine große Verantwortung. Mit André Puchta spricht er darüber, wie er Stimmen von Heinz Erhardt, Heinz Rühmann, Theo Lingen oder Jürgen von Manger täuschend echt nachbildet. Er erzählt von seiner schüchternen Schulzeit, einer unvergesslichen Begegnung mit Jürgen von Manger und dem Moment, als selbst die Familie von Heinz Erhardt seine Stimme für eine Originalaufnahme hielt. Außerdem geht es um künstliche Intelligenz, die schwindende Aufmerksamkeit des Publikums und seine Liebe zur Unterhaltung vergangener Jahrzehnte. Ein Gespräch über große Künstler, persönliche Erinnerungen und die Frage, warum eine vertraute Stimme manchmal mehr bewirken kann als tausend Worte.

ISAAK | Sänger und Eurovision Song Contest-Teilnehmer - Muss man heute laut sein, um gehört zu werden?

Folge 126 | 7. September 2026

Als Kind versteckte ISAAK heimlich gebrannte Rock-CDs unter seinem Kopfkissen – in seinem streng christlichen Elternhaus war weltliche Musik weitgehend tabu. Mit zwölf Jahren verdiente er als Straßenmusiker seine ersten 30 Euro, 2024 vertrat er Deutschland mit „Always on the Run“ beim Eurovision Song Contest und erreichte Platz zwölf. Mit André Puchta spricht der Sänger über seinen ungewöhnlichen Karriereweg, die Angst vor dem Scheitern beim deutschen ESC-Vorentscheid und die Erschöpfung nach dem großen Finale. Er erzählt bemerkenswert offen von enttäuschenden Ticketverkäufen, den geringen Einnahmen durch Musikstreaming und seiner Idee, Konzertorte künftig erst nach dem Ticketvorverkauf festzulegen. Außerdem verrät ISAAK, warum er eine erneute ESC-Teilnahme durchaus in Betracht zieht und weshalb ihm gesellschaftliche Haltung wichtig ist.

Laith Al-Deen | Deutsch-Pop-Ikone - Hängt das „Paket Hoffnung“ noch in der Zustellung?

Folge 125 | 6. September 2026 

Dass „Bilder von dir“ zum Hit wurde, verdankt Laith Al-Deen auch der Fernsehshow „Big Brother“. Was im Jahr 2000 begann, entwickelte sich zu einer mittlerweile 25-jährigen Erfolgsgeschichte. Mit André Puchta spricht der Sänger über sein Jubiläumsalbum „25 – Best Of“, für das er 15 seiner Songs komplett neu aufgenommen hat, und die Frage, wie sich Musik verändert, wenn ihr Interpret älter wird. Er erzählt, warum er ursprünglich Gitarrist einer Metalband werden wollte, was ihn sein Zivildienst in der Altenpflege über das Leben lehrte und weshalb er heute anders über Liebe und Beziehungen denkt. Besonders persönlich wird es, als er über seine Patchworkfamilie, gesellschaftliche Vorurteile und den Mut spricht, eigene Schwächen zuzulassen. Außerdem geht es um seinen Song „Paket Hoffnung“, den Umgang mit sozialen Medien und seinen beinahe eingeschlagenen Berufsweg als Physiotherapeut. Ein Gespräch über 25 Jahre Musik, persönliche Veränderungen und die Kraft von Liedern, die Menschen über Generationen hinweg verbinden.

Thomas Gehre | Präsident der Handwerkskammer Hannover - Haben wir das Anpacken verlernt?

Folge 124 | 1. September 2026

Zwei Tage vor dem Mauerfall floh Thomas Gehre aus der DDR – ohne seine Frau und seine drei Monate alte Tochter. Ob er seine Familie jemals wiedersehen würde, wusste er nicht. Heute ist der gelernte Elektroinstallateur erfolgreicher Unternehmer und Präsident der Handwerkskammer Hannover. Mit André Puchta spricht er über seine Kindheit in der DDR, verweigerte Bildungschancen, seine riskante Flucht über die Tschechoslowakei und das bewegende Wiedersehen mit seiner Familie. Er erzählt, wie er sich mit einem Kredit den Meistertitel finanzierte, den Schritt in die Selbstständigkeit wagte und schließlich an die Spitze der Handwerkskammer gelangte. Außerdem geht es um Fachkräftemangel, Bürokratie, künstliche Intelligenz und die gesellschaftliche Anerkennung handwerklicher Berufe. Auch seine Leidenschaft fürs Bergsteigen und sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement kommen zur Sprache. Ein Gespräch über Freiheit, Mut, Unternehmergeist und die Überzeugung, dass man große Herausforderungen am besten bewältigt, indem man den ersten Schritt wagt.

Ralf König | Comicautor & Comiczeichner - Was macht Menschen so herrlich kompliziert?

Folge 123 | 29. August 2026

Mit einem Filzstift und frechen Comics über schwules Leben begann Ralf König vor mehr als 40 Jahren eine außergewöhnliche Karriere. Heute gilt er als einer der bekanntesten deutschen Comiczeichner und wurde für sein Lebenswerk mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Mit André Puchta spricht er über seine Anfänge als Schreinerlehrling, die Entstehung seiner Kultfiguren Konrad und Paul und die überraschende Erkenntnis, dass seine Comics vielen Männern beim Coming-out geholfen haben. Er erzählt, warum er sich eher als Autor denn als Zeichner versteht, weshalb ihm bei seinem aktuellen Nibelungen-Projekt die Ideen manchmal schwerfallen und warum er mit der zunehmenden Humorlosigkeit der Gesellschaft hadert. Außerdem geht es um das Älterwerden, Dating-Apps, gesellschaftliche Rückschritte und die Zensur freizügiger Zeichnungen auf Social Media. Ein Gespräch über Liebe, Selbstironie, künstlerische Freiheit und die Frage, warum ausgerechnet unsere menschlichen Schwächen die besten Geschichten erzählen.

Friedel Geratsch | Geier-Sturzflug-Gründer - Wie politisch war „Bruttosozialprodukt“ wirklich?

Folge 122 | 28. August 2026 

Als Geier Sturzflug 1983 mit „Bruttosozialprodukt“ die Charts eroberte, hatte Friedel Geratsch kurz zuvor noch ohne eigene Wohnung gelebt. Ausgerechnet ein gesellschaftskritischer Song über Arbeit und Wirtschaftswachstum machte ihn zum Star der Neuen Deutschen Welle. Mit André Puchta spricht der Sänger und Songschreiber über seine Kindheit in einfachen Verhältnissen, Arbeitslosigkeit und den langen Weg vom Straßenmusiker zum Nummer-eins-Hit. Er erzählt, warum fast alle Plattenfirmen „Bruttosozialprodukt“ zunächst ablehnten, wie der Text zu „Pure Lust am Leben“ auf einer Werbeseite im „Spiegel“ entstand und weshalb es mit Dieter Thomas Heck zum Streit kam. Bemerkenswert offen spricht er auch über seine 20-jährige Alkoholabhängigkeit, den vergänglichen Ruhm und seine gesundheitlichen Herausforderungen. Obwohl er nicht mehr live auftritt, schreibt er unermüdlich neue Songs und experimentiert mit selbstgebauten Instrumenten. Ein Gespräch über musikalischen Eigensinn, gesellschaftskritischen Humor und die Kunst, sich auch mit fast 75 Jahren die pure Lust am Leben zu bewahren.

Brigitte Oelke | Die Frau hinter der Killer Queen - Was bleibt, wenn der Vorhang fällt?

Folge 121 | 27. August 2026

Als Teenager wollte Brigitte Oelke Freddie Mercury heiraten. Jahrzehnte später stand sie selbst als Killer Queen im Queen-Musical „We Will Rock You“ auf der Bühne und erhielt von Brian May eines der schönsten Komplimente ihrer Karriere. Seit mehr als 30 Jahren gehört die gebürtige Schweizerin zu den gefragten Darstellerinnen der deutschsprachigen Musicalszene. Mit André Puchta spricht sie über ihre Anfänge als schüchternes Mädchen, einen Aufenthalt in Los Angeles und ihren Weg auf die großen Bühnen. Sie erzählt von ihrer Zusammenarbeit mit Roman Polanski bei „Tanz der Vampire“, den Herausforderungen unzähliger Castings und der emotionalen Belastung eines Berufs, der nach außen vor allem glamourös erscheint. Besonders persönlich wird es, als sie berichtet, wie ihr die Rolle der Sally Bowles in „Cabaret“ aus einer schwierigen Lebensphase half und warum selbst erfahrene Bühnenprofis an sich zweifeln. Ein Gespräch über Lampenfieber, Leidenschaft, Selbstvertrauen und die Erkenntnis, dass persönliches Glück irgendwann wichtiger wird als der größte Applaus.

Dr. Frauke Petry | Politikerin & promovierte Chemikerin - Wie viel Staat braucht Freiheit?

Folge 120 | 25. August 2026

Sie gehörte zu den Gründungsmitgliedern der AfD, führte die Partei als Bundessprecherin und verließ sie 2017 unmittelbar nach ihrem Einzug in den Bundestag. Heute versucht Dr. Frauke Petry mit „Team Freiheit“ einen politischen Neuanfang. Mit André Puchta spricht die promovierte Chemikerin, Unternehmerin und frühere Bundestagsabgeordnete über ihre Kindheit in der DDR, die Flucht ihres Vaters in den Westen und ihre Erfahrungen mit staatlicher Kontrolle. Sie erklärt, was sie ursprünglich zur Gründung der AfD bewegte, warum sie sich schließlich von der Partei trennte und wie sie heute auf deren Entwicklung blickt. Außerdem geht es um politische Machtkämpfe, persönliche Enttäuschungen und ihre Forderungen nach weniger Bürokratie, einem schlankeren Staat und mehr Eigenverantwortung. Auch die Frau hinter der Politikerin kommt zur Sprache: die zehnköpfige Patchworkfamilie, ihre Leidenschaft für Musik und die überraschende Idee, einmal als Sensenlehrerin zu arbeiten. Ein Gespräch über Freiheit, politische Überzeugungen, persönliche Brüche und die Frage, warum Dr. Frauke Petry trotz aller Erfahrungen erneut eine Partei gründet.

Tom Lorenz & Patrick Seidel | BRO & GLOW – Worüber lästern Männer, wenn keiner zuhört?

Folge 119 | 21. August 2026 

Als Tom Lorenz nach nur einer Bewerbung bei „Wer wird Millionär?“ eingeladen wurde, war Patrick Seidel alles andere als begeistert. Schließlich versucht er seit über 20 Jahren vergeblich, in die Quizshow zu kommen. Heute sind die beiden Radiokollegen beste Freunde und sorgen mit ihrem gemeinsamen Podcast „BRO & GLOW“ für jede Menge Gesprächsstoff. Mit André Puchta sprechen der heterosexuelle Tom und der schwule Patrick über ihre ungewöhnliche Männerfreundschaft, unterschiedliche Vorstellungen von Liebe und die kleinen Katastrophen des Dating-Alltags. Patrick verrät, warum er sich manchmal innerhalb weniger Minuten verliebt, während Tom erklärt, weshalb er Dating-Apps wenig abgewinnen kann. Außerdem erzählen die beiden von ihrem ersten gemeinsamen Christopher Street Day, zweideutigen Erlebnissen auf Reisen und der Entstehung ihrer humorvollen Social-Media-Videos. Doch zwischen Flirtgeschichten und gegenseitigen Sticheleien wird es auch ernst: Es geht um Vorurteile, Hasskommentare und die Frage, warum eine solche Freundschaft noch immer Aufmerksamkeit erregt. Ein ebenso freches wie persönliches Gespräch über Toleranz, Vertrauen, Männerbilder und die Erkenntnis, dass echte Freundschaft keine Schubladen braucht.

Luise Lunow | Die älteste Synchronschauspielerin Deutschlands – Wie hält man eine Stimme ein Leben lang jung?

Folge 118 | 13. August 2026

Als 1940 die ersten Bomben auf Babelsberg fielen, verlor Luise Lunow zwei Mitschüler. Mehr als acht Jahrzehnte später kann die 94-Jährige die verzweifelten Schreie ihrer Mutter noch immer nicht vergessen. Heute ist sie Deutschlands älteste aktive Synchronschauspielerin und ihre Stimme kennen Generationen als Tante Mania aus „Bibi Blocksberg“ oder aus den Hörspielen von „Die drei ???“. Mit André Puchta spricht sie über ihre Kindheit im Zweiten Weltkrieg, ihren Weg vom Ballett zum Theater und die Entscheidung, 1987 gemeinsam mit ihrem Mann die DDR zu verlassen und im Westen noch einmal ganz von vorne anzufangen. Sie erzählt vom Mauerfall, ihrer Zusammenarbeit mit Loriot bei „Pappa ante Portas“ und ihrer überraschenden Karriere als Rapperin „Enkelschreck“. Besonders persönlich wird es, als sie über ihre nahezu vollständige Erblindung spricht, die sie dennoch nicht davon abhält, weiterhin im Synchronstudio zu arbeiten. Auch die zunehmende Bedeutung künstlicher Intelligenz in ihrem Beruf beschäftigt sie. Ein bewegendes Gespräch über Krieg und Frieden, persönliche Neuanfänge, die Kraft der Stimme und die ungebrochene Neugier auf das Leben.

Philipp Kant | Skipper - Wann wird ein Segeltörn gefährlich?

Folge 117 | 12. August 2026

Mehr als 3.000 Euro Benzinkosten in nur einer Woche: Für Philipp Kant war das der Moment, in dem er beschloss, vom Motorboot aufs Segelboot umzusteigen. Heute ist der 33-Jährige selbstständiger Skipper und führt Crews durch die Gewässer des Mittelmeers. Mit André Puchta spricht er über seine Leidenschaft für das Segeln, die Verantwortung für Menschen und Schiff und die besonderen Herausforderungen eines Berufs, bei dem Wind und Wetter den Tagesablauf bestimmen. Er erzählt, warum ein Skipper zugleich Reiseleiter, Streitschlichter und Krisenmanager sein muss und weshalb er seine Gäste am liebsten selbst ans Steuer lässt. Besonders eindrücklich berichtet er von seinem ersten Segeltörn in Griechenland, als drei Meter hohe Wellen und eine seekranke Crew seine Pläne durchkreuzten. Außerdem geht es um gefährliche Hafenmanöver, die Grenzen moderner Navigation und die Frage, warum gute Vorbereitung manchmal wichtiger ist als jahrelange Erfahrung. Ein Gespräch über Freiheit, Vertrauen, Verantwortung und die Erkenntnis, dass man auf dem Meer nicht jedes Problem lösen muss, um den Kopf wieder freizubekommen.

Alex | Callboy - Auf welches Service-Portfolio greifst du zurück?

Folge 116 | 11. August 2026 

450 Euro für zwei Stunden, 1.800 Euro für eine Nacht: Alex verdient sein Geld mit Nähe, Intimität und Diskretion. Der 36-jährige Franke ist gelernter Fahrzeuglackierermeister und arbeitet neben seinem eigentlichen Beruf seit Jahren als Callboy. Auf die Idee brachte ihn ausgerechnet seine damalige Freundin, die selbst in der Sexarbeit tätig war. Mit André Puchta spricht Alex über seinen ungewöhnlichen Berufsalltag, die Wünsche seiner Kundinnen und Paare und die Frage, warum bezahlte Nähe manchmal weit über Sexualität hinausgeht. Er erzählt von exklusiven Reisen, ungewöhnlichen Fantasien und einer Kundin, die sich sogar sein Logo tätowieren ließ. Doch nicht jede Begegnung bleibt unkompliziert: Manche Frauen verlieben sich in ihn, andere entwickeln eine emotionale Abhängigkeit. Alex erklärt, weshalb er klare Grenzen zieht, wie er mit Diskretion und Vertrauen umgeht und warum er niemals eine Beziehung mit einer Kundin eingehen würde. Ein ebenso offenes wie überraschendes Gespräch über Sexarbeit, Einsamkeit, käufliche Nähe und die Frage, was Menschen heute wirklich voneinander erwarten.

Manuel Ostermann | Bundesvorsitzender der DPolG - Wie verändert Angst eine Gesellschaft?

Folge 115 | 10. August 2026

Als Sechsjähriger besuchte Manuel Ostermann mit seinem Onkel eine Polizeiwache. Danach stand für ihn fest: Er wollte Polizist werden. Heute ist er Bundespolizist, Bundesvorsitzender der Bundespolizeigewerkschaft und regelmäßig in Nachrichtensendungen und politischen Talkshows zu sehen. Mit André Puchta spricht er über seine Kindheit, seinen ersten Tag in Uniform und die Erfahrungen, die ihn als Polizisten geprägt haben. Er erzählt von gewalttätigen Einsätzen, zunehmenden Anfeindungen gegenüber Einsatzkräften und der emotionalen Belastung eines Berufs, dessen Erlebnisse man nicht einfach nach Dienstschluss vergessen kann. Dabei wird es auch politisch: Ostermann erläutert seine Sicht auf Migration, Grenzkontrollen und Messerkriminalität und erklärt, warum er viele sicherheitspolitische Maßnahmen für unzureichend hält. Überraschend deutlich positioniert er sich gegen eine Klarnamenpflicht in sozialen Netzwerken. Außerdem geht es um Nationalstolz, gesellschaftliche Polarisierung und die Frage, wie Vertrauen in staatliche Institutionen gestärkt werden kann.

Biggi Lechtermann | „1, 2 oder 3“-Kultmoderatorin - Wie stehst du zu Aliens im Straßenverkehr?

Folge 114 | 7. August 2026

Als der Unterhaltungschef des ZDF sie während einer Radiosendung anrief, legte Biggi Lechtermann gleich mehrfach auf. Sie hielt ihn für einen Scherz. Wenig später stand sie vor der Kamera und wurde als Moderatorin von „1, 2 oder 3“ zum Fernsehstar einer ganzen Generation. Mit André Puchta blickt die Kultmoderatorin auf ihre Anfänge bei Radio Luxemburg, die turbulente Geburtsstunde von RTLplus und zehn Jahre beim beliebten Kinderquiz zurück. Sie erzählt, warum sie einmal im Schlafanzug eine Radiosendung moderieren musste und wie sie durch einen Trick ihrer Kollegen lernte, frei zu sprechen. Außerdem verrät sie, weshalb ihr Verkehrssicherheitsmusical „Fredi Flitzer“ nach 30 Jahren ein Comeback erlebt. Besonders persönlich wird es, als sie von den Dreharbeiten zu ihrer neuen Dokumentation über Gesundheit und Glück berichtet. Begegnungen mit Forschenden in Harvard und einem indigenen Volk in Tansania haben ihren Blick auf das Leben verändert. Ein ebenso humorvolles wie nachdenkliches Gespräch über Fernsehgeschichte, echte Begegnungen, die Gefahren sozialer Medien und die Frage, warum wir das Zuhören und die Freude am Leben nicht verlernen sollten.

Christina Böhm | Familienunternehmerin - Wie besäufniserregend geht es Deutschland?

Folge 113 | 6. August 2026 

„Die Lage ist besäufniserregend.“ Mit diesem Satz in der ZDF-„heute-show“ sorgte Christina Böhm für einen viralen Erfolg. Doch hinter der pointierten Kritik an Deutschlands Wirtschaftspolitik steht eine Unternehmerin, die lieber anpackt als nur zu klagen. Gemeinsam mit ihrem Bruder führt sie im oberfränkischen Strullendorf einen Malerbetrieb in vierter Generation. Rund 30 Mitarbeitende aus mehr als zehn Nationen gehören zum Team, moderne Robotik und künstliche Intelligenz längst zum Arbeitsalltag. Mit André Puchta spricht Christina Böhm über ihren ungewöhnlichen Weg aus der Unternehmenskommunikation ins Handwerk, die Herausforderungen der Unternehmensnachfolge und die Verantwortung gegenüber ihren Beschäftigten. Besonders persönlich wird es, als sie von einem früheren Vorgesetzten erzählt, der sie nach ihrer Kündigung zum Weinen brachte, und davon, was sie daraus für ihren eigenen Führungsstil gelernt hat. Deutliche Worte findet sie auch für die Bundesregierung, ausufernde Bürokratie und die fehlende Praxisnähe vieler politischer Entscheidungen. Gleichzeitig erklärt sie, warum sie trotz aller Schwierigkeiten an Deutschland glaubt und was sie durch ihr Engagement in Afrika gelernt hat.

Harry Wijnvoord | „Der Preis ist heiß“-Legende – Wie viel darf ein Toaster kosten?

Folge 112 | 5. August 2026

Sein eigener Vater warf ihn wegen mangelnden Arbeitseifers aus der Lehre. Jahrzehnte später gehörte Harry Wijnvoord zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands. Als Moderator der RTL-Kultshow „Der Preis ist heiß“ begeisterte der gebürtige Niederländer Millionen Zuschauer und machte das Schätzen von Alltagspreisen zum Fernsehereignis. Mit André Puchta blickt er auf seine Auswanderung nach Deutschland, seine beruflichen Anfänge in der Reisebranche und die zufällige Begegnung zurück, die ihn vor die Fernsehkamera brachte. Er erzählt von völlig überforderten Kandidaten, zwei Häusern als Hauptgewinn und einem Porsche, der bei einer missglückten Studioaktion für reichlich Aufregung sorgte. Auch an seinen langjährigen Kollegen Walter Freiwald erinnert er sich. Deutliche Kritik übt Wijnvoord an der heutigen Fernsehlandschaft: Die Sender hätten ihre Zuschauer aus den Augen verloren und erfolgreiche Formate vorschnell abgeschafft. Überraschend offen spricht er außerdem über seine Sorgen um die Demokratie, seine Haltung zur künstlichen Intelligenz und die Vorstellung, seinen eigenen digitalen Doppelgänger zu vermieten.

Wolfgang Bosbach | Streitbarer Demokrat und CDU-Urgestein - Wie verdient man sich Vertrauen?

Folge 111 | 4. August 2026

Als Lehrling musste Wolfgang Bosbach jeden Abend den Parkplatz eines Supermarktes fegen. Fünf Jahre später kehrte er als Chef genau dieser Filiale zurück. Heute gehört der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete zu den bekanntesten politischen Persönlichkeiten Deutschlands. Mit André Puchta blickt er auf seine Kindheit in Bergisch Gladbach, seinen ungewöhnlichen Weg vom Einzelhandelskaufmann zum Juristen und seine 23 Jahre im Deutschen Bundestag zurück. Er erzählt von politischen Freundschaften über Parteigrenzen hinweg, seinen Auseinandersetzungen mit Angela Merkel und den Entscheidungen, bei denen er seinem Gewissen auch gegen die eigene Fraktion treu blieb. Deutliche Worte findet Bosbach zum Vertrauensverlust in der Politik, zur heutigen Debattenkultur und zur Frage, warum patriotisches Bewusstsein nicht mit Nationalismus verwechselt werden dürfe. Besonders persönlich wird es, als er über seine Erkrankung, die gewachsene Gelassenheit im Alter und sein Leben als Großvater spricht. Auch seinen Humor hat er sich bewahrt: 89 Spiele und zwei Tore für den FC Bundestag gehören ebenfalls zu seiner Lebensbilanz.

Frederic Meisner | Glücksrad-Legende - Drehst du nachts manchmal noch am Rad?

Folge 110 | 3. August 2026 

Bis zu sieben Millionen Menschen sahen ihm täglich beim Drehen am „Glücksrad“ zu. 14 Jahre lang gehörte Frederic Meisner zu den bekanntesten Fernsehmoderatoren Deutschlands. Doch seine Karriere begann nicht im Fernsehstudio, sondern vor der Fotokamera: Als gefragtes Model finanzierte er sich seine Schauspielausbildung und sammelte erste Erfahrungen auf der Bühne. Mit André Puchta blickt Meisner auf die Anfänge des Privatfernsehens, seine Zeit mit Peter Bond und Maren Gilzer und die Erfolgsgeschichte einer Gameshow zurück, die ganze Generationen begeisterte. Er erzählt von Kandidaten, die beim Drehen schummeln wollten, kuriosen Studiopannen und der Entscheidung, das erfolgreiche Format trotz Millionenpublikums einzustellen. Auch über eine mögliche Rückkehr ans „Glücksrad“ spricht er überraschend deutlich. Heute hat sich der gebürtige Münchner als Unternehmer und Designer hochwertiger Herrentrachten einen Namen gemacht. Warum bei der Vorstellung seiner ersten Kollektion ausgerechnet ein Pony für Schlagzeilen sorgte, verrät er ebenfalls. Außerdem geht es um seine Leidenschaft für Pferderennen, klassische Automobile und die Schattenseiten der heutigen Medienwelt.

Phil Weinmann | Ausdauersportler und Stammzellspende-Botschafter - Was bedeutet Glück für dich?

Folge 109 | 30. Juli 2026

Drei Tage nach seinem 18. Geburtstag erhielt Phil Weinmann einen Anruf, der sein Leben verändern sollte: Die DKMS hatte ihn als möglichen Stammzellspender ausgewählt. Wenig später spendete er Stammzellen für einen an Blutkrebs erkrankten Menschen in Italien. Aus dieser Erfahrung entwickelte sich eine Mission, die den heute 21-Jährigen quer durch Deutschland führt. Rund 7.000 Kilometer möchte er mit dem Fahrrad zurücklegen, alle 16 Landeshauptstädte besuchen und die höchsten Erhebungen der Bundesländer erreichen. Sein Ziel: Menschen für die Stammzellspende begeistern und Spenden sammeln. Mit André Puchta spricht Phil Weinmann über den überraschenden Anruf, seine Erfahrungen als Spender und darüber, wie ihn sein ehrenamtliches Engagement vom zurückhaltenden Schüler zum selbstbewussten Abenteurer verändert hat. Er erzählt von Begegnungen mit Wildschweinen, Nächten im Zelt in fremden Gärten, unerwarteter Gastfreundschaft und den emotionalen Herausforderungen monatelanger Einsamkeit auf dem Fahrrad. Besonders berührend ist seine Antwort auf die Frage, was er dem Menschen sagen würde, dem er möglicherweise das Leben gerettet hat.

Nane Nebel | Executive-Karriereberaterin - Warum verkaufen sich viele Menschen beruflich unter Wert?

Folge 108 | 22. Juli 2026

Die spannendsten Führungspositionen werden häufig vergeben, ohne jemals öffentlich ausgeschrieben worden zu sein. Wer beruflich aufsteigen möchte, braucht deshalb mehr als einen überzeugenden Lebenslauf. Karriereberaterin Nane Nebel kennt die Spielregeln des verdeckten Stellenmarktes und weiß, warum selbst erfolgreiche Manager bei der Jobsuche ins Zweifeln geraten. Mit André Puchta spricht die ehemalige Führungskraft und Fachbuchautorin über berufliche Sichtbarkeit, strategisches Selbstmarketing und die Frage, weshalb gute Leistung allein noch keine Karriere garantiert. Sie erklärt, warum Bewerbungen direkt an die Geschäftsführung erfolgversprechend sein können, wie sich berufliche Erfolge überzeugend darstellen lassen und weshalb LinkedIn persönliche Netzwerke nicht ersetzen kann. Auch über ihre eigenen Erfahrungen als Frau in einer männerdominierten Wirtschaftswelt und die Bedeutung eines guten Mentors spricht sie offen. Besonders persönlich wird es, wenn sie von Führungskräften erzählt, deren Kündigung sich rückblickend als beruflicher Glücksfall erwiesen hat. Und sie verrät, warum ein höheres Gehalt nicht automatisch zufriedener macht.

Lucca Bitzer | Schwaben-Comedian - Kann man auf Schwäbisch besser lachen?

Folge 107 | 14. Juli 2026 

Kehrwoche, Sparsamkeit und das typisch schwäbische Bruddeln: Mit seinen humorvollen Alltagsbeobachtungen erreicht Lucca Bitzer auf Instagram ein Millionenpublikum. Der gebürtige Albstädter lebt seit vielen Jahren in Berlin und begeistert mit überspitzten Darstellungen schwäbischer Eigenheiten. Doch hinter dem selbstbewussten Comedian steckt ein eher introvertierter Mensch, der nach eigenen Worten am liebsten früh zu Hause ist. Mit André Puchta spricht Lucca Bitzer über seine Kindheit auf der Schwäbischen Alb, den Umzug in die Hauptstadt und seinen überraschenden Erfolg in den sozialen Medien. Er verrät, wie seine Videos entstehen, warum er sich in seinen eigenen Figuren immer häufiger wiedererkennt und weshalb er trotz seiner großen Reichweite keine Lust auf eine Bühnentournee hat. Auch seine siebenjährige Tätigkeit beim Fernsehen, unter anderem für „The Voice of Germany“, kommt zur Sprache. Dabei gibt er Einblicke hinter die Kulissen großer Fernsehproduktionen und erklärt, warum in der digitalen Welt gerade das Unperfekte wieder an Bedeutung gewinnt. Besonders persönlich wird es, wenn er über seine Heimatverbundenheit, den Wert regionaler Dialekte und die Sehnsucht nach mehr Freundlichkeit im Alltag spricht.

Dr. Bernd Slaghuis | Karriere- und Business-Coach - Ist der klassische Lebenslauf ein Auslaufmodell?

Folge 106 | 3. Juli 2026

Fachkräftemangel auf der einen Seite, unzählige Bewerbungsabsagen auf der anderen: Der deutsche Arbeitsmarkt steckt in einem Widerspruch, der viele Menschen zunehmend verunsichert. Karriere- und Business-Coach Dr. Bernd Slaghuis sieht darin vor allem ein Problem zwischen Arbeitgebern und Bewerbern, die immer schwerer zueinanderfinden. Mehr als 2.500 Menschen hat der promovierte Ökonom bereits bei beruflichen Veränderungen begleitet. Mit André Puchta spricht er über seinen eigenen ungewöhnlichen Weg vom Bankkaufmann über die Versicherungswirtschaft in die Selbstständigkeit und darüber, warum er wenig davon hält, Karrieren langfristig zu planen. Er erklärt, weshalb ein Lebenslauf vor allem die Vergangenheit beschreibt, warum berufliche Erfahrung häufig wertvoller ist als zusätzliche Zertifikate und weshalb gerade Menschen über 50 ihre Fähigkeiten unterschätzen. Auch die Suche nach der vermeintlich perfekten Berufung stellt er infrage. Besonders nachdenklich wird es, wenn er von Menschen erzählt, die jahrelang in belastenden Arbeitsverhältnissen bleiben, obwohl ihnen ihr Beruf längst die Energie raubt. Wie künstliche Intelligenz unsere Arbeitswelt verändern könnte und warum Selbstbestimmung wichtiger ist als eine makellose Karriere, wird ebenfalls diskutiert.

Christian Stipeldey | Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger - Warum fahren Seenotretter im Sturm raus?

Folge 105 | 22. Juni 2026

Rund 2.000 Mal im Jahr rücken die Seenotretter auf Nord- und Ostsee aus. Wenn Schiffe in Schwierigkeiten geraten, Menschen über Bord gehen oder ein Notruf eingeht, sind ihre Besatzungen bereit – auch bei Sturm, Dunkelheit und meterhohen Wellen. Christian Stipeldey kennt die Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) aus nächster Nähe. Mit André Puchta spricht er über die Herausforderungen der Seenotrettung, die Verantwortung der Besatzungen und eine Organisation, die seit mehr als 160 Jahren vollständig durch freiwillige Spenden finanziert wird. Er erzählt von Menschen, die ihren Rettern jedes Jahr zum zweiten Geburtstag einen Kuchen bringen, von Geburten auf Rettungskreuzern und einem Heißluftballon, den die Seenotretter vor einer Notwasserung bewahrten. Doch es geht auch um die dunklen Seiten dieser Arbeit: um Einsätze ohne glücklichen Ausgang und die schwere Entscheidung, eine Suche nach Vermissten einzustellen. Warum die DGzRS bewusst auf staatliche Finanzierung verzichtet, weshalb jede Hilfeleistung kostenlos ist und was die ARD-Dokumentationsserie über die Seenotretter zeigt, wird ebenfalls besprochen.

Marty Krauße-Wiegand | Physiker und Mathematiker - Wie erklärt man das Universum beim Abendessen?

Folge 104 | 19. Juni 2026 

Schon mit sieben Jahren wollte Marty Krauße-Wiegand eine mit Kameras ausgestattete Puppe in ein schwarzes Loch schicken, um herauszufinden, was darin passiert. Heute begeistert der Physiker und Mathematiker auf TikTok und Instagram hunderttausende Menschen mit wissenschaftlichen Gedankenexperimenten, überraschenden Wahrscheinlichkeiten und verblüffenden Alltagsphänomenen. Mit André Puchta spricht der 27-Jährige über seine frühe Faszination für das Universum, einen prägenden Schülerbesuch am CERN und sein erstes virales Video, das nachts um drei während der Arbeit an seiner Masterarbeit entstand. Er erklärt, warum bereits bei 23 Menschen in einem Raum die Wahrscheinlichkeit für zwei gleiche Geburtstage über 50 Prozent liegt und wie er Deutschlands Chancen beim Eurovision Song Contest mathematisch berechnet hat. Auch künstliche Intelligenz wird zum Thema: Warum kann sie beim Lernen helfen, gleichzeitig aber das eigenständige Denken gefährden? Und weshalb haben so viele Menschen Angst vor Mathematik, obwohl sie unseren Alltag ständig begleitet? Persönlich wird es, wenn Marty erzählt, warum er seinen Beruf auf Partys lieber verschweigt und wie ein Blick in den Sternenhimmel zum romantischen Erlebnis werden kann.

Jonas Döbel | Umweltingenieur und Klimaschutzmanager - Warum reicht Mülltrennen allein nicht mehr aus?

Folge 103 | 13. Juni 2026

17.000 Zigarettenkippen hat Jonas Döbel aufgesammelt, um auf die Verschmutzung unserer Umwelt aufmerksam zu machen. Der Umweltingenieur und Klimaschutzmanager aus Kassel erreicht mit seinem Social-Media-Projekt „Umweltfragen“ jeden Monat hunderttausende Menschen. Sein Erfolgsrezept: überraschende Fakten, verständliche Erklärungen und Klimaschutz ohne erhobenen Zeigefinger. Mit André Puchta spricht der Träger des Kasseler Klimaschutzpreises über seinen Weg vom umweltbewussten Elternhaus zum engagierten Wissenschaftskommunikator und darüber, wie er als Klimaschutzmanager die Gemeinde Fuldabrück auf dem Weg zur Klimaneutralität begleitet. Er erklärt, warum Zigarettenstummel so gefährlich für unsere Umwelt sind, weshalb Pfandflaschen und Getränkedosen unterschiedlich behandelt werden und wieso vermeintlich umweltfreundliche Bioplastiktüten beim Recycling Probleme verursachen können. Auch die unterschätzte Biodiversitätskrise, der Einfluss unserer Ernährung auf das Klima und die Verantwortung von Politik und Wirtschaft werden diskutiert. Besonders nachdenklich wird es, wenn Jonas erzählt, warum moralischer Druck beim Klimaschutz häufig das Gegenteil bewirkt und weshalb kleine Veränderungen im Alltag oft nachhaltiger sind als radikale Vorsätze.

Peter Karst | Stimme des Handwerks und Mittelstands - Haben wir verlernt, miteinander zu sprechen?

Folge 102 | 12. Juni 2026

Warum wird das Handwerk gesellschaftlich oft unterschätzt, obwohl ohne seine Fachkräfte kaum etwas funktionieren würde? Peter Karst kennt die Herausforderungen des Mittelstands aus jahrzehntelanger Erfahrung. Der Jurist, frühere Geschäftsführer des Bäckerinnungsverbandes Westfalen-Lippe und langjährige Vertreter des Handwerks setzt sich für pragmatische Lösungen, weniger Bürokratie und mehr gesellschaftliche Verantwortung ein. Mit André Puchta spricht er darüber, warum komplizierte Vorschriften und langwierige Genehmigungsverfahren den Fortschritt bremsen, weshalb berufliche Bildung mehr Anerkennung verdient und was Politik vom Handwerk lernen könnte. Dabei erzählt er von absurden Behördenvorgaben für frisch belegte Brötchen, seinen Begegnungen mit Barack Obama und seinem schwierigen Verhältnis zu sozialen Medien. Auch seine Vorstellungen einer lebenswerten Stadt und die Frage, warum sachliche Lösungen häufig weniger Aufmerksamkeit erhalten als zugespitzte Schlagzeilen, kommen zur Sprache. Besonders persönlich wird es, als Peter Karst von einem verstörenden Fund aus seiner Kindheit berichtet: einem Familienfoto, auf dem das Gesicht seiner Mutter mit einem Fadenkreuz markiert war. Eine Erinnerung, die seinen Blick auf gesellschaftliche Verantwortung bis heute prägt.

Ludwig Keller | Winzermeister - Wie schmeckt ein perfekter Herbst?

Folge 101 | 11. Juni 2026 

Ein Weintresor mitten im Weinberg, eine Rebsorte namens Domina und ein Vater, der seinem Sohn während einer Kur kurzerhand einen Ausbildungsplatz organisiert: Ludwig Keller hat aus seinem Leben als Winzermeister einige außergewöhnliche Geschichten zu erzählen. Gemeinsam mit seiner Familie führt er ein traditionsreiches Weingut im unterfränkischen Eußenheim, dessen Weinbaugeschichte bis ins Jahr 1856 zurückreicht. Mit André Puchta spricht er über die Arbeit zwischen Rebschnitt und Weinlese, den Einfluss von Wetter und Klimawandel und die Herausforderungen eines Familienbetriebs, in dem inzwischen die fünfte Generation mitgestaltet. Er verrät, warum sein Vater einst aus Protest nicht mehr mit in den Weinberg wollte, weshalb Trauben heute teilweise mitten in der Nacht geerntet werden und wie stark Preis, Etikett und Weinglas unseren Geschmack beeinflussen. Besonders originell wird es, als Ludwig Keller seinen preisgekrönten „Wine-Safe“ vorstellt: eine ungewöhnliche Idee aus der Corona-Zeit, mit der Spaziergänger direkt im Weinberg ihren Wein genießen können. Auch über zunehmende Bürokratie, wirtschaftlichen Druck und die Zukunft des fränkischen Weinbaus spricht er offen.

Katrin Staffler | Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege - Wann wird Fürsorge zur politischen Aufgabe?

Folge 100 | 10. Juni 2026

86 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause versorgt. Dennoch konzentriert sich die öffentliche Debatte häufig auf Pflegeheime. Katrin Staffler, Bevollmächtigte der Bundesregierung für Pflege, möchte das ändern. In der 100. Folge von „Schüchtern bis nüchtern“ spricht die CSU-Bundestagsabgeordnete und studierte Biochemikerin mit André Puchta über die Zukunft der Pflege, die finanziellen Herausforderungen der Pflegeversicherung und die Menschen, die täglich Verantwortung für Angehörige übernehmen. Sie warnt vor einem prognostizierten Defizit von 20 Milliarden Euro in den Jahren 2027 und 2028 und erklärt, warum zusätzliche Finanzmittel allein die strukturellen Probleme nicht lösen können. Statt komplizierter Einzelleistungen setzt sie auf flexiblere Pflegebudgets und mehr Selbstbestimmung für Betroffene. Auch über bessere Arbeitsbedingungen, das Image des Pflegeberufs und die Chancen künstlicher Intelligenz spricht sie offen. Persönlich wird es, als Katrin Staffler von Pflegebedürftigkeit in ihrer eigenen Familie erzählt und verrät, wie ihre Mutter sie einst zur Politik brachte. Warum sie Prävention für den entscheidenden Schlüssel einer zukunftsfähigen Pflege hält und weshalb wir über das Älterwerden und Sterben viel früher sprechen sollten, wird ebenfalls deutlich.

Ramona Leiß | Fernsehlegende und Künstlerin - Wie viel Knoff-Hoff braucht der Fernsehgarten?

Folge 99 | 29. Mai 2026

„Dann endet meine Karriere, aber mein Leben beginnt.“ Mit diesem Entschluss blickt Ramona Leiß auf ihr öffentliches Coming-out im Jahr 2008 zurück. Die langjährige Fernsehmoderatorin, die mit der „Knoff-hoff-Show“ und dem „ZDF-Fernsehgarten“ Millionen Menschen begeisterte, spricht offen über die persönlichen und beruflichen Konsequenzen dieser Entscheidung. Mit André Puchta erinnert sie sich an ihre Anfänge beim Bayerischen Rundfunk, die Herausforderungen als Frau in einer männerdominierten Fernsehwelt und die großen Unterhaltungsshows der 1980er- und 1990er-Jahre. Sie erzählt, wie bei einem Experiment der „Knoff-hoff-Show“ ausgerechnet die Augenbrauen eines Bundesministers in Mitleidenschaft gezogen wurden und warum sie ihren historischen Silvesterauftritt am Brandenburger Tor 1989 zunächst völlig unterschätzte. Auch von einer überraschenden Begegnung mit Hollywoodstar Michael Douglas und ihrer Arbeit als Liedtexterin für bekannte Künstler berichtet sie. Besonders persönlich wird es, als Ramona Leiß schildert, weshalb sie für ihre Liebe berufliche Nachteile in Kauf nahm und wie dankbare Briefe anderer Frauen ihr zeigten, was ihre Offenheit bewirkt hatte. Heute findet sie Erfüllung in der Malerei und hat klare Vorstellungen davon, wie Frauen jenseits der 70 öffentlich wahrgenommen werden sollten.

Anneliese Hackmann | Grande Dame der Rassekatzenwelt - Was haben Katzen Sie über Menschen gelehrt?

Folge 98 | 28. Mai 2026 

Mit 90 Jahren reist Anneliese Hackmann noch immer um die Welt, organisiert internationale Katzenausstellungen und hat einen Terminkalender, der bereits weit ins nächste Jahr hinein gefüllt ist. Seit vier Jahrzehnten steht sie an der Spitze des Vereins Deutsche Edelkatze e. V. und gründete 1988 in Rio de Janeiro die World Cat Federation, der inzwischen mehr als 300 Vereine weltweit angehören. In der 98. Folge von „Schüchtern bis nüchtern“ spricht die Grande Dame der internationalen Rassekatzenwelt mit André Puchta über ihr außergewöhnliches Lebenswerk, ihre ersten Katzen während des Zweiten Weltkriegs und ihren Weg von der Mannequin-Tätigkeit zur weltweit gefragten Katzenexpertin. Sie erzählt von ihrer Mitwirkung an europäischen Tierschutzdebatten, den strengen Anforderungen an internationale Katzenrichter und den Unterschieden zwischen seriöser Zucht und fragwürdigen Entwicklungen im Tierhandel. Unterhaltsam wird es, als Anneliese Hackmann berichtet, wie sie einem fauchenden Kater kurzerhand zurückfauchte und damit selbst das Tier überraschte. Doch auch ernste Fragen kommen zur Sprache: Warum darf nicht alles gezüchtet werden, was genetisch möglich ist? Wie lassen sich Katzenausstellungen tierfreundlicher gestalten? Und weshalb hält sie heute selbst keine Katzen mehr?

Andrea Buchholz | Medienastrologin - Welcher Planet hat heute Hochkonjunktur?

Folge 97 | 8. Mai 2026

Kann der richtige Wohnort über beruflichen Erfolg, die große Liebe oder das persönliche Glück entscheiden? Andrea Buchholz ist davon überzeugt, dass sich solche Fragen mithilfe der Astrologie beantworten lassen. Die bekannte Medien- und Karmaastrologin blickt auf mehr als 35 Jahre Erfahrung und nach eigenen Angaben über 70.000 Beratungen zurück. Ihr eigener Lebensweg ist dabei alles andere als gewöhnlich: Sie lebte in neun Ländern, übte 16 verschiedene Berufe aus und arbeitete unter anderem als Schauspielerin, Produzentin und Leiterin einer Klinik in der Wüste. Mit André Puchta spricht sie über die Bedeutung von Geburtshoroskopen, die Idee der Wiedergeburt und ihre besondere Leidenschaft für die Astrokartographie. In ihrem Buch „Nie wieder am falschen Ort“ beschäftigt sie sich mit der Frage, welche Orte ihrer astrologischen Deutung zufolge besonders günstige oder schwierige Lebensbedingungen versprechen. Sie erklärt, warum sie sich bevorzugt von Ärzten operieren lässt, die an einem Mittwoch geboren wurden, weshalb sie während eines rückläufigen Merkurs von Vertragsabschlüssen abrät und welche Bedeutung sie vermeintlichen Vermögens- und Gefahrenlinien beimisst. Auch die wissenschaftliche Kritik an der Astrologie kommt zur Sprache.

Klaus Baumgart | Sänger - Wenn ein Pferd auf’m Flur auf die Nordseeküste trifft

Folge 96 | 4. Mai 2026

Mehr als 500.000 verkaufte Singles, eine Goldene Schallplatte und ein Lied, das seit über 40 Jahren ganze Festzelte zum Mitsingen bringt: Mit „An der Nordseeküste“ hat Klaus Baumgart deutsche Musikgeschichte geschrieben. Doch ausgerechnet dieser Jahrhundert-Hit kostete ihn nach eigener Einschätzung Millionen. Mit André Puchta spricht der Sänger des Kultduos „Klaus & Klaus“ über die überraschende Entstehung seiner größten Erfolge, die Eigenheiten der Musikbranche und ein Leben voller außergewöhnlicher Begegnungen. Er verrät, wie der Refrain von „An der Nordseeküste“ während eines Toilettengangs entstand, weshalb zunächst niemand „Da steht ein Pferd auf dem Flur“ aufnehmen wollte und welche Geschichte hinter der ungewöhnlichen B-Seite des Hits „Der Eiermann“ steckt. Auch seine wilden Jahre als Discjockey, ein spektakulärer Bühnenauftritt aus einem Sarg und seine Zeit als Chefanimateur auf Ibiza kommen zur Sprache. Dabei erinnert sich Klaus Baumgart an ein Konzert von Bob Marley, Auftritte in China und seine langjährige Liebe zu Ehefrau Elona. Besonders unterhaltsam wird es, wenn er aus seiner Autobiografie „Roastbeef mit Bratkartoffeln“ erzählt und verrät, weshalb seine früheren Nachbarn mehr über sein Privatleben wussten als gedacht.

Felix Banaszak | Bundesvorsitzender | Bündnis 90/Die Grünen - Gibt es Entscheidungen, die dich nachts wachhalten?

Folge 95 | 28. April 2026 

Als Jugendlicher hielt Felix Banaszak politische Parteien für verstaubt und wollte lieber die Welt verändern, als sich in endlosen Sitzungen aufzuhalten. Heute ist er Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen und steht selbst vor der Herausforderung, politisches Vertrauen zurückzugewinnen. Mit André Puchta spricht der Bundestagsabgeordnete über seinen Weg vom Duisburger Ruhrgebiet an die Spitze seiner Partei, die schwierigen Monate nach dem Ende der Ampelkoalition und die Frage, warum Politik wieder näher an den Alltag der Menschen heranrücken muss. Er erklärt, weshalb Deutschland aus seiner Sicht einen neuen Generationenvertrag braucht und warum steigende Mieten, wirtschaftliche Unsicherheit und die Angst vor Kriegen gerade junge Menschen besonders belasten. Persönlich wird es, als Felix Banaszak von seinem Zivildienst in einer Berliner Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz erzählt und schildert, wie ihn diese Erfahrungen geprägt haben. Auch seine vorübergehende Festnahme bei einer Pride-Demonstration in Istanbul, sein Leben als Vater und seine Leidenschaft fürs Kochen kommen zur Sprache. Dabei verrät er, warum er sich nach seiner politischen Karriere durchaus vorstellen könnte, ein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Sabine Bundschu | Die Stimme hinter den Ansagen – Wie spricht man eigentlich eine ganze Stadt?

Folge 94 | 23. April 2026

Seit mehr als drei Jahrzehnten begleitet ihre Stimme täglich Millionen Menschen durch München. Doch ausgerechnet Sabine Bundschu, die vertraute Stimme der U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse, nahm an einem Casting teil, bei dem es um ihre mögliche Ablösung durch künstliche Intelligenz ging. Mit André Puchta spricht die Schauspielerin, Sängerin und Sprecherin über ihre außergewöhnliche Karriere, die Zukunft menschlicher Stimmen und die Frage, wie viel Wertschätzung nach über 30 Jahren Zusammenarbeit bleibt. Dabei reicht ihr Lebensweg weit über die Haltestellenansagen hinaus: 1984 erreichte sie beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest den dritten Platz, arbeitete mit Ralph Siegel zusammen und gehörte später zur Band der RTL-Late-Night-Show von Thomas Gottschalk. Sie erinnert sich an Begegnungen mit Paul McCartney und Kenny Rogers und erzählt, weshalb Rod Stewart nach einer Probe kurzerhand verschwand und nicht zurückkehrte. Besonders bewegend wird das Gespräch, als Sabine Bundschu von zwei Hirnblutungen, einer zeitweisen halbseitigen Lähmung und ihrem mühsamen Weg zurück ins Leben berichtet. Musik und Rhythmus spielten dabei für sie eine entscheidende Rolle. Heute gibt sie diese Erfahrungen auch in der Arbeit mit Menschen mit Demenz und Kindern mit Behinderungen weiter.

Bertram Engel | Lebende Legende am Schlagzeug - Warum möchtest du nicht mit alten Männern spielen?

Folge 93 | 21. April 2026

Als Peter Maffays Band bei einer Studioaufnahme nicht richtig in Schwung kam, warf Bertram Engel entnervt seine Schlagzeugstöcke hin. Aus diesem Wutausbruch entstand später der Titel seiner Autobiografie: „Mit alten Männern spiele ich nicht“. Der Ausnahmeschlagzeuger prägt seit fünf Jahrzehnten die deutsche Rockgeschichte, spielte bereits mit 17 Jahren im Panikorchester von Udo Lindenberg und wurde zu einem der wichtigsten musikalischen Wegbegleiter von Peter Maffay. Mit André Puchta spricht Bertram Engel über ein Leben zwischen ausverkauften Arenen, außergewöhnlichen Begegnungen und den Schattenseiten des Musikgeschäfts. Er erzählt, wie Udo Lindenberg bei einem Konzert vor 60.000 Menschen zu Boden ging und trotzdem weitersang, weshalb die Band von Peter Maffay im Vorprogramm der Rolling Stones mit Eiern und Tomaten beworfen wurde und warum es zwischen den beiden deutschen Rockstars zeitweise Spannungen gab. Auch über seinen freiwilligen Ausstieg aus dem Panikorchester, seine Arbeit als Musikproduzent und die Zusammenarbeit mit internationalen Größen wie Bruce Springsteen, Joe Cocker und Robert Palmer spricht er offen. Besonders persönlich wird es, wenn er über die Versuchungen des Tourlebens, verpasste Chancen und seine ungebrochene Leidenschaft für die Musik nachdenkt. Außerdem verrät er, dass bereits ein zweites Buch mit dem geplanten Titel „Weitermachen!“ entsteht.

Ulla Kock am Brink | Moderatorin - Wie viel Nervenkitzel steckte in der 100.000-Mark-Show?

Folge 92 | 20. April 2026 

Mit der „100.000 Mark Show“ schrieb Ulla Kock am Brink deutsche Fernsehgeschichte. Doch die Frau, die Millionen Menschen vor den Bildschirmen mitfiebern ließ, hatte anfangs nicht einmal das Selbstvertrauen, sich an einer renommierten Journalistenschule zu bewerben. Ihr Weg ins Rampenlicht begann als Probekandidatin bei Jürgen von der Lippe, führte über die Gründung einer eigenen Castingfirma bis zu den großen Samstagabendshows der 1990er-Jahre. Mit André Puchta spricht die Moderatorin über ihre außergewöhnliche Karriere, die Schattenseiten des Ruhms und den Mut, eigene Entscheidungen zu treffen. Sie verrät, wie sie sich bei John de Mol die Moderation der „100.000 Mark Show“ sicherte, weshalb sie für die aufwendige Produktion Niederländisch lernte und warum sie ihre Sendungen grundsätzlich ohne Teleprompter moderierte. Auch ihre Erfahrungen mit „Verzeih mir“, heftiger Pressekritik und der Zusammenarbeit mit rund 130 Fernsehprofis kommen zur Sprache. Deutlich wird Ulla Kock am Brink beim Thema Frauenbilder, öffentlicher Erwartungsdruck und der zunehmenden Härte gesellschaftlicher Debatten. Sie erklärt, weshalb sie sich nicht über ihren Beruf definiert und warum berufliche Niederlagen für sie ebenso wertvoll sind wie Erfolge. Heute lebt sie auf Sylt, genießt ihre Freiheit und plant sogar einen Thriller.

Holm Dressler | TV-Produzent und Regisseur - Wie war das mit Klaus Kinski und den Kaulitz-Brüdern?

Folge 91 | 15. April 2026

Ein Lastwagen auf vier Biergläsern, ein wütender Klaus Kinski und eine Geburtstagstorte, die plötzlich im Gesicht landet: Holm Dressler hat Fernsehgeschichte nicht nur miterlebt, sondern entscheidend mitgestaltet. Seit mehr als 50 Jahren gehört der Produzent und Regisseur zu den kreativen Köpfen hinter Deutschlands großen Unterhaltungsshows. Mit André Puchta spricht er über seine außergewöhnliche Karriere, die als Kabelträger begann und ihn an die Seite von Thomas Gottschalk, Frank Elstner, Günther Jauch und Joachim Fuchsberger führte. Er verrät, warum „Wetten, dass..?“ anfangs Schwierigkeiten hatte, das Publikum zu begeistern, wie eine spektakuläre Lkw-Wette schließlich zum Durchbruch beitrug und weshalb er Frank Elstner erst davon überzeugen musste, dass eine Wette auch scheitern darf. Besonders unterhaltsam wird es, als Holm Dressler von den chaotischen Stunden vor Klaus Kinskis legendärem Auftritt bei „Na sowas!“ erzählt und erklärt, wie Günther Jauch durch eine Weltreise seinen Weg ins Fernsehen fand. Auch die überraschende Entstehung der SKL-Show „Millionär gesucht“, ein zerstörtes Bühnenset in Katar und die Zukunft der großen Samstagabendunterhaltung kommen zur Sprache. Dabei beurteilt er die geplante Neuauflage von „Wetten, dass..?“ mit Bill und Tom Kaulitz durchaus kritisch.

Sven Hähnchen | Seelenbildmaler - Was würden deine Motive über ihre Besitzer erzählen?

Folge 90 | 13. April 2026

Ein Sprung in einen See in der Schweiz veränderte sein Leben grundlegend. Sven Hähnchen berichtet von einem Badeunfall, den er als Nahtoderfahrung beschreibt und der seine Sicht auf das Leben, den Tod und die eigene Existenz nachhaltig geprägt hat. Heute bezeichnet er sich als Seelenbildmaler und hat nach eigenen Angaben bereits mehr als 4.500 individuelle Kunstwerke geschaffen. Mit André Puchta spricht er über seinen ungewöhnlichen Lebensweg, die Bedeutung von Farben und Symbolen und die Frage, ob sich das Innerste eines Menschen tatsächlich auf einer Leinwand sichtbar machen lässt. Seine Bilder entstehen intuitiv und sollen persönliche Gefühle, Lebensthemen und Entwicklungsmöglichkeiten widerspiegeln. Dabei erzählt Sven Hähnchen von außergewöhnlichen Begegnungen, überraschenden Übereinstimmungen zwischen seinen Bildern und den Geschichten seiner Auftraggeber sowie seiner Überzeugung, dass viele Menschen ihr Glück zu sehr von äußeren Umständen abhängig machen. Bemerkenswert ist auch sein Verhältnis zur Spiritualität: Obwohl seine Arbeit zunächst stark davon geprägt war, distanziert er sich heute von festen Glaubensvorstellungen und spirituellen Heilsversprechen. Besonders persönlich wird das Gespräch, als er über frühere Lebenskrisen, seine veränderte Einstellung zum Tod und die Suche nach innerer Freiheit spricht.

Margot Käßmann | Theologin und ehemalige Ratsvorsitzende der EKD - Welche Frage würde Gott Ihnen stellen?

Folge 89 | 10. April 2026 

Sie hätte möglicherweise Deutschlands erste Bundespräsidentin werden können, doch Margot Käßmann lehnte ab. Der Grund überrascht: Die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland hält sich selbst für zu undiplomatisch. Mit André Puchta spricht eine der bekanntesten Theologinnen Deutschlands über ihren außergewöhnlichen Lebensweg, persönliche Schicksalsschläge und die Frage, wie sich in einer von Krisen geprägten Welt die Hoffnung bewahren lässt. Sie erzählt, wie Martin Luther King sie als Jugendliche für die Theologie begeisterte, welchen Widerständen sie als Frau in kirchlichen Führungspositionen begegnete und warum ihr ein führender russisch-orthodoxer Kirchenvertreter einst den Handschlag verweigerte. Offen blickt Margot Käßmann auf ihre Brustkrebserkrankung, ihren Rücktritt nach einer Alkoholfahrt im Jahr 2010 und die erstaunlich schnelle Veränderung der öffentlichen Berichterstattung zurück. Deutlich positioniert sie sich gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr. Auch über den Vertrauensverlust der Kirchen, den rauen Umgangston in sozialen Netzwerken und die Frage, weshalb Religionen stärker zum Frieden beitragen müssen, spricht sie Klartext. Besonders persönlich wird es, wenn die siebenfache Großmutter über den Tod, die Kraft des Glaubens und ihre Vorstellung von einem erfüllten Leben nachdenkt.

Lutz Trabalski | Großgewinnberater - Was wird für Lottogewinner wirklich wichtig?

Folge 88 | 8. April 2026

120 Millionen Euro gewonnen – und plötzlich fehlen die Worte. Als ein Berliner den Rekordjackpot knackt, sitzt er derart überwältigt im Büro von Lutz Trabalski, dass zunächst seine Lebensgefährtin das Gespräch übernehmen muss. Seit fast 20 Jahren begleitet der Großgewinnberater von Lotto Berlin Menschen, deren Leben sich durch einen einzigen Lottoschein schlagartig verändert. Mit André Puchta spricht er über außergewöhnliche Schicksale, überraschende Reaktionen und die Frage, ob Geld tatsächlich glücklich macht. Er erzählt von einem Neunfachmillionär, der seinen Gewinn erst nach mehreren Wochen abholte, von einem verlorenen Lottoschein, den ein Fremder unrechtmäßig einlösen wollte, und von einer Frau, die nach einem Millionengewinn keinen Luxuswagen kaufen, sondern sich endlich Parmaschinken an der Frischetheke leisten wollte. Besonders bewegend wird es, als Lutz Trabalski von einem Mann berichtet, der seine 19 Millionen Euro sofort gegen die Gesundheit seiner Frau eingetauscht hätte. Außerdem verrät er, weshalb Lottogewinner ihren Reichtum möglichst geheim halten sollten, warum eine vorschnelle Kündigung zum Problem werden kann und wieso er grundsätzlich keine Finanzberatung anbietet. Dabei räumt er mit verbreiteten Vorstellungen über Geldkoffer, rauschende Feiern und das Leben nach einem Millionengewinn auf.

Marvin Ohmstedt | Ballonkünstler - Gibt es ein Meisterwerk, auf das du besonders stolz bist?

Folge 87 | 6. April 2026

Bei seinem Bewerbungsgespräch in einer Bank führte Marvin Ohmstedt einen Zaubertrick vor. Den Job bekam er – und die Leidenschaft für außergewöhnliche Überraschungen hat ihn bis heute nicht losgelassen. Unter der Woche arbeitet er als Bankkaufmann, am Wochenende verwandelt er Luftballons in beeindruckende Kunstwerke. Mit André Puchta spricht der zertifizierte Ballonkünstler über seinen ungewöhnlichen Berufsalltag, die Verbindung von Zauberei und Kreativität und die Frage, wie man aus etwas so Vergänglichem ein erfolgreiches Geschäft machen kann. Er erzählt, wie ihn ein Zauberer auf der Hochzeit seiner Mutter inspirierte, weshalb er dem weltbekannten Magier Hans Klok einst einen beinahe missglückten Zaubertrick vorführte und wie er für 27 Bankfilialen ganze Häuser aus Luftballons erschuf. Besonders unterhaltsam wird es, als Marvin Ohmstedt von seiner Teilnahme an einer RTL-Wettbewerbsshow berichtet, bei der er sich bis ins Halbfinale kämpfte und einen riesigen Gorilla aus Ballons gestaltete. Auch seine außergewöhnliche Reise mit einem selbst gebauten Ballon-Eiffelturm durch Paris, die Herausforderungen nachhaltiger Ballonkunst und überraschende Einblicke in die Welt der Ballonliebhaber kommen zur Sprache. Dabei verrät er, weshalb ein einfacher Ballonhund in wenigen Sekunden entsteht, aufwendige Figuren dagegen mehrere Stunden beanspruchen können.

Annette Rost | ShelterBox Germany - Wie schnell seid ihr nach einer Katastrophe einsatzbereit?

Folge 86 | 4. April 2026 

Als nach einem schweren Erdbeben in Afghanistan keine Lastwagen mehr durchkamen, mussten Hilfsgüter auf den letzten Metern mit Eseln transportiert werden. Für Annette Rost von ShelterBox Germany zeigt diese Geschichte, wie schwierig es sein kann, Menschen nach einer Katastrophe wieder ein Stück Sicherheit zu geben. Die internationale Hilfsorganisation unterstützt weltweit Menschen, die durch Naturkatastrophen oder bewaffnete Konflikte ihr Zuhause verloren haben. Mit André Puchta spricht Annette Rost über die Herausforderungen humanitärer Hilfe, vergessene Krisen und die Frage, warum ein einfaches Zelt weit mehr bedeuten kann als nur ein Dach über dem Kopf. Sie berichtet von Hilfseinsätzen in der Ukraine, in Myanmar, Marokko und auf den Philippinen, von bürokratischen Hindernissen und den erschütternden Schicksalen betroffener Familien. Dabei erklärt sie, weshalb Notunterkünfte auch Privatsphäre und Würde zurückgeben können und warum internationale Hilfe nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort funktioniert. Überraschende Einblicke gibt sie auch in die Finanzierung der Organisation: Ein Unternehmer spendete einmal 350.000 Euro, während bereits kleine Beträge lebenswichtige Hilfsgüter ermöglichen. Persönlich wird es, als Annette Rost von ihren Begegnungen mit Königin Camilla und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erzählt und verrät, weshalb sie für einen königlichen Empfang eigens einen Knicks übte.

Hubert Fella | Reality-TV-Teilnehmer - Wie viel Ablehnung schlägt dir im Alltag entgegen?

Folge 85 | 2. April 2026

Ein eisiger Winter, erfrorene Palmen und eine eigentlich abgesagte Gartensendung: So begann die Fernsehkarriere von Hubert Fella. Was als Versuch startete, den eigenen Garten verschönern zu lassen, machte den lebenslustigen Franken gemeinsam mit seinem Mann Matthias Mangiapane zu einem der bekanntesten Gesichter des deutschen Reality-TV. Mit André Puchta spricht Hubert Fella über seinen ungewöhnlichen Weg vom Reisebüroinhaber zum Fernsehstar, mehr als zehn Jahre bei „Hot oder Schrott“ und seinen dritten Platz im Dschungelcamp 2026. Er verrät, wie Angela Merkel ihm und Matthias bei einer persönlichen Begegnung ein überraschendes Kompliment machte, weshalb er seinen Fans regelmäßig eigenhändig Autogrammkarten vorbeibringt und warum ihn Hasskommentare im Internet nach eigener Aussage völlig kaltlassen. Besonders unterhaltsam wird es, wenn Hubert Fella Einblicke in sein Privatleben gibt: Seit 20 Jahren ist er mit Matthias zusammen, doch die beiden schlafen in getrennten Wohnungen innerhalb desselben Hauses. Auch ein 40 Jahre altes Solarium über Matthias' Bett, ungewöhnliche Dschungelerlebnisse und seine Leidenschaft für Schlagermusik kommen zur Sprache. Dabei erzählt er, weshalb er unbedingt bei „Die Verräter“ mitmachen möchte und warum ihm ein gemütlicher Abend mit fränkischem Kartoffelgemüse mehr bedeutet als jeder rote Teppich.

Gerald Groß | Eurofighter-Pilot - Wie reagiert der Körper auf hohe G-Kräfte?

Folge 84 | 31. März 2026

Ein schwerer Bandscheibenschaden an der Halswirbelsäule hätte seine Karriere als Kampfpilot beenden können. Doch Gerald Groß kämpfte sich zurück ins Cockpit und wurde nach eigenen Angaben zum ersten Eurofighter-Piloten der Luftwaffe, der nach einer solchen Operation wieder fliegen durfte. Seine Kameraden gaben ihm deshalb den Spitznamen „Titan“. Mit André Puchta spricht der Bundeswehrpilot über seinen außergewöhnlichen Berufsalltag, die körperlichen und psychischen Herausforderungen der militärischen Fliegerei und die Wahrheit hinter dem Hollywood-Mythos „Top Gun“. Sein Weg begann mit einem Computerspiel, einer einzigen Bewerbung und einer Ausbildung, die einschließlich der Wartezeiten acht Jahre dauerte. Er erklärt, wie sich Beschleunigungskräfte von bis zu 9 G auf den Körper auswirken, weshalb spezielle Atemtechniken vor Bewusstlosigkeit schützen und warum Eurofighter im Ernstfall innerhalb von 15 Minuten abheben müssen. Besonders unterhaltsam wird es, als Gerald Groß verrät, weshalb sich ein Flug in einer amerikanischen F-18 im Vergleich zum Eurofighter beinahe wie eine Fahrt mit einem Moped anfühlte. Auch die Bedeutung von Teamarbeit, der Umgang mit Fehlern und die persönlichen Einschränkungen eines Lebens zwischen verschiedenen Dienstorten kommen zur Sprache. Abseits des Cockpits vermittelt er seine Erfahrungen außerdem als Unternehmer, Redner und Coach.

Andreas Wolfrum | Landwirtschaftsmeister - Was sagt dir der Hof am Morgen über den Tag?

Folge 83 | 30. März 2026 

120 Milchkühe, jede mit einem eigenen Namen, und ein Bauernhof, auf dem die Arbeit niemals wirklich endet: Andreas Wolfrum führt gemeinsam mit seinem Vater einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb im oberfränkischen Döberlitz. Doch hinter der vermeintlichen Idylle stehen wirtschaftliche Herausforderungen, hohe Investitionen und eine Verantwortung, die weit über den Stall hinausgeht. Mit André Puchta spricht der Landwirtschaftsmeister über den Alltag moderner Bauern, steigende Produktionskosten und die Frage, warum immer mehr landwirtschaftliche Betriebe aufgeben. Er erklärt, weshalb er mehr als eine Million Euro in einen neuen Stall investierte, wie Melkroboter und digitale Sensoren die Tiergesundheit überwachen und warum Landwirte den Preis ihrer eigenen Produkte kaum beeinflussen können. Besonders deutlich wird er bei den wirtschaftlichen Perspektiven: Durch sinkende Milchpreise drohen seinem Betrieb nach eigener Berechnung allein 2026 rund 170.000 Euro weniger Einnahmen. Emotional wird das Gespräch, als Andreas Wolfrum von seiner Kuh Ophelia erzählt, die nach der Geburt ihres Kalbes nicht mehr aufstehen kann und deren Schicksal ihn auch persönlich belastet. Darüber hinaus spricht er über seine Biogasanlage, sein politisches Engagement im Kreistag und die Herausforderungen eines Familienbetriebs über mehrere Generationen hinweg.

Kevin Hartung | Rettungssanitäter & Gründer PädCare - Was haben dich Kinder über das Leben gelehrt?

Folge 82 | 25. März 2026

Ein kleiner Junge hatte solche Angst vor medizinischen Untersuchungen, dass selbst das Blutdruckmessen zur Herausforderung wurde. Bis Kevin Hartung begann, gemeinsam mit ihm seine Kuscheltiere zu verarzten. Aus dieser Begegnung entstand eine Idee, die heute zahlreichen Kindern in schwierigen Lebenssituationen hilft. Mit André Puchta spricht der Rettungssanitäter und ausgebildete Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger über seinen Berufsalltag, die Herausforderungen des deutschen Gesundheitssystems und die Gründung seines gemeinnützigen Vereins „PädCare“. Er erzählt, wie er mit einer spontanen Spendenaktion zunächst 60 Kuscheltiere für kranke Kinder finanzierte und später eine außergewöhnliche Sachspende von 18.000 Stofftieren erhielt. Besonders persönlich wird das Gespräch, als Kevin Hartung erklärt, weshalb er die Kinderkrankenpflege vorübergehend verließ: Unter dem enormen Arbeitsdruck konnte er irgendwann nicht mehr die Empathie aufbringen, die er selbst von sich erwartete. Deutlich kritisiert er den Personalmangel in Kliniken und eine Finanzierung, die den besonderen Zeitbedarf junger Patienten kaum berücksichtigt. Dabei verrät er, weshalb man Kindern niemals versprechen sollte, dass eine medizinische Behandlung nicht wehtut, und warum manchmal schon wenige Minuten spielerischer Zuwendung entscheidend sein können. Auch über belastende Rettungsdiensteinsätze, nächtliche Schichten und den Umgang mit persönlichen Grenzen spricht er offen.

Christian Häckl | Meteorologe - Warum fühlt sich das Wetter für viele Menschen heute extremer an?

Folge 81 | 24. März 2026

Das klassische Aprilwetter könnte bald Geschichte sein. Statt wechselhafter Tage mit Sonne, Regen und Graupelschauern beobachtet Meteorologe Christian Häckl zunehmend ungewöhnlich warme und trockene Frühlingsmonate. Für den langjährigen Wetterexperten von „RTL aktuell“ ist das nur eine von vielen Veränderungen, die sich in mehr als drei Jahrzehnten Wetterbeobachtung abzeichnen. Mit André Puchta spricht Christian Häckl über die Folgen des Klimawandels, die Grenzen moderner Wettervorhersagen und die Frage, weshalb sogenannte Jahrhundertsommer inzwischen erstaunlich häufig auftreten. Er erklärt, warum Wetter-Apps mit stundengenauen Prognosen eine Genauigkeit suggerieren, die wissenschaftlich nicht immer möglich ist, und weshalb selbst erfahrene Meteorologen manchmal nicht wissen, ob es zwei Stunden später regnen wird. Besonders eindrücklich schildert er seine Erinnerungen an den Jahrhundertsommer 2003 und die außergewöhnliche Dürre ab 2018, deren Auswirkungen ihn selbst als langjährigen Wetterexperten überraschten. Auch über zunehmende Hitzerekorde, die veränderte Wahrnehmung von Tornados und mögliche Folgen für die Trinkwasserversorgung spricht er offen. Dabei verrät Christian Häckl, weshalb sich die Zuverlässigkeit von Wetterprognosen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verbessert hat und warum selbst künstliche Intelligenz niemals eine vollkommen fehlerfreie Vorhersage ermöglichen wird. Persönliche Einblicke gibt er außerdem in seine Fernsehkarriere und die langjährige Zusammenarbeit mit Meteorologe Jörg Kachelmann.

Petra Benz | Hutmacherin - Wie viel ist bei dir noch Handarbeit?

Folge 80 | 23. März 2026 

Sechs Hüte übereinander auf dem Kopf und damit direkt ins Flugzeug: Als Petra Benz für ihren Hutkoffer zusätzliche Gebühren zahlen sollte, fand die Berliner Hutmacherin eine ebenso kreative wie ungewöhnliche Lösung. Einfallsreichtum gehört für sie zum Berufsalltag, denn in ihrer kleinen Hutmanufaktur in Berlin-Wilmersdorf entstehen außergewöhnliche Kopfbedeckungen, die manchmal sogar auf den Köpfen großer Stars landen. Mit André Puchta spricht Petra Benz über ihre Leidenschaft für ein traditionsreiches Handwerk, ihren ungewöhnlichen Lebensweg und die Frage, warum jeder Mensch ein Hutgesicht hat. Sie erzählt, wie sie bereits als Kind heimlich die Hutschachteln ihrer Großmütter durchstöberte, zunächst eine internationale Karriere in der Hotellerie einschlug und sich erst Jahrzehnte später ihren Lebenstraum erfüllte. Besonders überraschend wird es, als sie berichtet, wie sie trotz eines gebrochenen Handgelenks einen goldenen Zylinder für Rapperin Shirin David und eine McDonald’s-Werbekampagne anfertigte. Auch über prominente Kundschaft, einen dreisten Diebstahl in ihrem Atelier und ihre besondere Verbindung zur Berliner Geschichte spricht sie offen. Dabei erklärt Petra Benz, weshalb sie alte Hüte lieber repariert als wegwirft, warum maßgefertigte Kopfbedeckungen kein Luxus für Wohlhabende sein sollten und wieso sie trotz einer Sechseinhalb-Tage-Woche mit ihrem Leben rundum zufrieden ist.

Lilo Wanders | Ikone der Aufklärung - Wann warst du das letzte Mal schüchtern?

Folge 79 | 20. März 2026

„Waren Sie nicht mal Lilo Wanders?“ – ausgerechnet auf dem Höhepunkt ihrer Fernsehkarriere stellte ein Taxifahrer der berühmten Moderatorin diese Frage. Jahrzehnte später wurde daraus der Titel ihrer Autobiografie. Mit André Puchta spricht Lilo Wanders, die mit der VOX-Kultsendung „Wa(h)re Liebe“ Fernsehgeschichte schrieb, über ihr außergewöhnliches Leben, sexuelle Aufklärung und die Kunst, sich immer wieder neu zu erfinden. Sie erzählt, wie sie bereits als Kind in einem Oma-Kostüm die Grenzen gesellschaftlicher Geschlechterrollen erlebte, weshalb sie 1988 gemeinsam mit Corny Littmann das legendäre Schmidt Theater auf der Hamburger Reeperbahn gründete und wie aus einer zunächst schrillen Bühnenfigur eine der bekanntesten Persönlichkeiten des deutschen Fernsehens wurde. Besonders überraschend wird es, als Lilo Wanders verrät, warum sie sich weigerte, ihre Studiogäste nach dem Vorbild von Karl Dall herablassend zu behandeln, und weshalb ein Besuch in einem Männergefängnis zu ihren mutigsten beruflichen Entscheidungen zählt. Offen spricht sie über schmerzhafte Kindheitserfahrungen, die Suche nach Anerkennung und ihren bislang unerfüllten Wunsch, einmal einen ungewöhnlichen „Tatort“-Kommissar zu spielen. Auch über ihr Buch „Waren Sie nicht mal Lilo Wanders?“, gesellschaftliche Veränderungen, Liebe und Sexualität im Alter sowie den eigenen Umgang mit dem Tod denkt sie nach.

Franziska Reichenbacher | Lottofee - Was bedeutet Glück für Sie ganz persönlich?

Folge 78 | 19. März 2026

Was passiert, wenn die Lottofee selbst den Jackpot knackt – und ihre eigenen Gewinnzahlen live im Fernsehen verkünden muss? Für Franziska Reichenbacher ist das durchaus vorstellbar, denn die bekannte Fernsehmoderatorin spielt selbst regelmäßig Lotto und hat zwei feste Zahlenkombinationen, die sie allerdings nicht verraten möchte. Seit 1998 präsentiert sie die Lottozahlen in der ARD und gehört damit zu den vertrautesten Gesichtern des deutschen Fernsehens. Mit André Puchta spricht Franziska Reichenbacher über mehr als 1.500 Fernsehsendungen, die Faszination des Glücksspiels und die Frage, was Glück eigentlich bedeutet. Sie erzählt, weshalb sie trotz jahrzehntelanger Fernseherfahrung noch immer Lampenfieber hat, wie Zuschauer sie manchmal allein an ihrer Stimme erkennen und warum sie sich selbst keineswegs als magische Glücksfee betrachtet. Besonders überraschend wird es, als sie von einer persönlichen Begegnung mit Prinz Philip und Queen Elizabeth II. berichtet, bei der selbst die erfahrene Moderatorin plötzlich schüchtern wurde. Außerdem gewährt sie Einblicke hinter die Kulissen der Lottoziehungen, erklärt die aufwendigen Sicherheitskontrollen und verrät, weshalb sie sich bei einem eigenen Millionengewinn vor allem einen Wunsch erfüllen würde: endlich mehr von der Welt sehen. Auch über gesellschaftliche Verantwortung, Freundlichkeit und ihren persönlichen Umgang mit öffentlicher Bekanntheit spricht sie offen.

Willy Schüffler | Schirmmacher - Erkennst du am Zustand eines Schirms mehr über einen Menschen als über das Wetter?

Folge 77 | 16. März 2026 

Ein Regenschirm, der auf einer Opernbühne in Flammen steht, ohne selbst zu verbrennen: Für Willy Schüffler war auch dieser außergewöhnliche Auftrag eine handwerkliche Herausforderung. Der Essener Schirmmachermeister führt einen Familienbetrieb, dessen Geschichte bis ins Jahr 1920 zurückreicht. Nach eigenen Angaben ist seine Manufaktur der letzte bei einer Handwerkskammer eingetragene Schirmmacher-Meisterbetrieb Deutschlands. Mit André Puchta spricht Willy Schüffler über mehr als sechs Jahrzehnte Berufserfahrung, die Blütezeit der deutschen Schirmindustrie und den dramatischen Niedergang eines traditionsreichen Handwerks. Er erzählt, wie er 1968 den elterlichen Betrieb übernahm, weshalb früher bis zu 24 Beschäftigte in seiner Werkstatt arbeiteten und warum er mit fast 78 Jahren noch immer nicht ans Aufhören denkt. Besonders überraschend wird es, als er von Spezialanfertigungen für Opernhäuser, Theater und große Musicalproduktionen berichtet: Für die Semperoper entstanden Schirme, die scheinbar zerbrechen mussten, während für das Musical „Elisabeth“ Hunderte Requisitenschirme benötigt wurden. Auch moderne Entwicklungen kommen zur Sprache, darunter Regenschirme mit GPS-Tracker, hochwertigem UV-Schutz und edlen Silbergriffen. Deutlich kritisiert Willy Schüffler die Wegwerfgesellschaft und Billigprodukte, die sich kaum noch reparieren lassen. Persönlich wird es, wenn er von den Erinnerungsstücken seiner Kunden und seiner zweiten großen Leidenschaft, einer über 30 Jahre alten Harley-Davidson, erzählt.

Thorsten Havener | Mentalist - Übersehen wir viel zu oft die Signale unseres Gegenübers?

Folge 76 | 14. März 2026

Eine Zuschauerin stellt ihn auf der Bühne vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe: Sie versteckt eine Spielkarte und fordert ihn auf, ihre Gedanken zu lesen. Thorsten Havener überrascht sie stattdessen mit einer verblüffend präzisen Aussage über ihr Sternzeichen. Das Geheimnis dahinter ist allerdings viel einfacher, als sein Publikum vermutet. Mit André Puchta spricht Deutschlands bekanntester Mentalist über die Kunst der Menschenkenntnis, die Macht der Körpersprache und die Frage, warum wir unser Gegenüber häufig völlig falsch einschätzen. Er erzählt, wie er bereits mit 14 Jahren als Zauberkünstler auftrat, später die französischen Meisterschaften der Zauberkunst gewann und schließlich mit seinen Büchern internationale Bestsellererfolge feierte. Besonders bewegend wird es, als Thorsten Havener von seiner japanischen Übersetzerin berichtet, der sein Buch nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima neuen Mut gab. Überraschende Einblicke gewährt er auch in seine Arbeit mit Polizeikräften und NATO-Spezialkräften, denen er Techniken der Wahrnehmung und Kommunikation vermittelte. Offen spricht er darüber, weshalb Menschen Lügen oft kaum besser erkennen als durch einen Münzwurf, wie soziale Medien unsere Aufmerksamkeit verändern und warum selbst er auf einen manipulativen Berater hereinfiel. Dabei erklärt er, wie wir uns vor gezielter Beeinflussung schützen können und weshalb aufmerksames Zuhören häufig wichtiger ist als jedes noch so überzeugende Argument.

Fabian Hambüchen | Kunstturner - Wie sieht heute deine Version von „ein bisschen Bewegung“ aus?

Folge 75 | 13. März 2026

Eine olympische Bronzemedaille, die sich wie eine Niederlage anfühlte: Als Fabian Hambüchen 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking am Reck Dritter wurde, war die Enttäuschung größer als die Freude. Der deutsche Ausnahmeturner hatte auf Gold gehofft und musste lernen, dass nicht allein körperliche Höchstleistungen über einen Sieg entscheiden. Acht Jahre später erfüllte er sich in Rio de Janeiro seinen größten Lebenstraum. Mit André Puchta spricht Olympiasieger Fabian Hambüchen über seine außergewöhnliche Karriere, die Schattenseiten des Spitzensports und den enormen psychischen Druck bei internationalen Wettkämpfen. Er erzählt, wie er bereits als Achtjähriger beschloss, Olympiasieger zu werden, weshalb sein Vater als Trainer zugleich seine größte Unterstützung und eine besondere Herausforderung war und warum er sogar seinen eigenen Abiball für die Vorbereitung auf eine Weltmeisterschaft verpasste. Besonders persönlich wird das Gespräch, als Fabian Hambüchen verrät, dass er nach den Olympischen Spielen 2012 über sein Karriereende nachdachte und zwischenzeitlich kaum noch Hoffnung hatte, wegen seiner Schulterverletzung überhaupt in Rio antreten zu können. Offen spricht er über familiäre Konflikte, schmerzhafte Rückschläge und die finanziellen Realitäten des deutschen Spitzensports. Auch über sein Leben nach dem Karriereende, seine Arbeit als Eurosport-Moderator und seine Forderung nach Olympischen Spielen in Deutschland spricht er ausführlich.

Bernie Paul | Sänger & Produzent - Woran erkennt man, ob ein Song das Zeug zum Hit hat?

Folge 74 | 9. März 2026 

Sein größter Hit entstand auf der Autobahn zwischen München und Würzburg. Damit Bernie Paul die Melodie von „Oh No No“ nicht wieder vergaß, hielt er an einer Raststätte an und sang sie aus einer gelben Telefonzelle auf seinen heimischen Anrufbeantworter. Wenig später wurde daraus einer der bekanntesten Discohits der 1980er-Jahre. Mit André Puchta spricht der Sänger, Komponist und Musikproduzent über seine außergewöhnliche Karriere, die großen Erfolge der deutschen Musikgeschichte und die Schattenseiten einer Branche im Wandel. Er erzählt, wie ihn die Beatles als Jugendlichen für die Musik begeisterten, weshalb er ursprünglich lieber hinter den Kulissen arbeiten wollte und wie aus einem übrig gebliebenen Song für Rosanne Cash sein erster eigener Hit „Lucky“ wurde. Besonders überraschend wird es, als Bernie Paul verrät, dass sein Welterfolg „Sail Away“ ursprünglich im Zusammenhang mit einem geplanten Song für Whitney Houston entstand, bevor ihn Hans Hartz und später Joe Cocker für die berühmte Beck’s-Werbung interpretierten. Auch über seine Zusammenarbeit mit Peter Kent, die Produktion der Titelmelodie von „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und die Entstehung der Kultband Relax spricht er offen. Dabei korrigiert er eine verbreitete Darstellung zur Gründung der Gruppe und erzählt, wie ihr Name durch ein Werbeschild in seinem Tonstudio entstand. Kritische Worte findet er für die heutigen Radioplaylists, den wirtschaftlichen Wandel der Musikindustrie und die zunehmende Bedeutung künstlicher Intelligenz. Persönliche Einblicke gibt er außerdem in seine zweite große Leidenschaft: die Architektur.

Ida Vorel | Ordensfrau - Wie lebt es sich ohne private Besitztümer?

Folge 73 | 6. März 2026

Ein spontaner Scherz auf TikTok verändert ihren Alltag: Plötzlich erreicht Schwester Ida Vorel mit ihren Videos zahlreiche Menschen und beantwortet täglich Fragen über das Leben hinter Klostermauern. Dabei hatte die junge Franziskanerin ursprünglich einen ganz anderen Berufsweg eingeschlagen. Mit André Puchta spricht Schwester Ida über ihre ungewöhnliche Berufung, ihren Alltag zwischen Gebet und Smartphone und die Frage, warum ein Leben im Kloster weit weniger mit Verzicht zu tun hat, als viele Menschen glauben. Sie erzählt, wie sie als Gärtnerlehrling eigentlich nur zehn günstige Urlaubstage verbringen wollte und dabei eine Lebensform entdeckte, die sie bis heute begeistert. Seit 2012 gehört sie den Franziskanerinnen von Vöcklabruck an, 2020 legte sie ihre ewigen Gelübde ab. Besonders eindrücklich berichtet sie von ihrer Arbeit im „Quartier 16“, einer Einrichtung für Frauen in schwierigen Lebenssituationen, die von Wohnungslosigkeit, Altersarmut oder belastenden Trennungen betroffen sind. Offen spricht sie über persönliche Zweifel, die Bedeutung von Gemeinschaft und die Freiheit, die sie durch den Verzicht auf privaten Besitz empfindet. Auch über Hasskommentare auf TikTok, gesellschaftliche Vorurteile gegenüber Ordensfrauen und die politische Verantwortung der Kirche nimmt sie kein Blatt vor den Mund. Dabei verrät Schwester Ida, weshalb in ihrer Ordensgemeinschaft ausdrücklich viel gelacht wird und welche zwei Fragen sie Gott bei einer persönlichen Begegnung stellen würde.

Ulrike von der Groeben | Moderatorin - Gibt es bei Ihnen auch mal taktische Fouls gegen den Wecker?

Folge 72 | 26. Februar 2026

Nach dem legendären 7:1-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Brasilien 2014 feierte Ulrike von der Groeben die ganze Nacht – und stand wenige Stunden später schon wieder vor der Fernsehkamera. Geschlafen hatte sie nicht. Mehr als drei Jahrzehnte gehörte die Sportjournalistin zu den bekanntesten Gesichtern von „RTL aktuell“ und prägte gemeinsam mit Peter Klöppel eine ganze Ära der deutschen Fernsehgeschichte. Mit André Puchta spricht Ulrike von der Groeben über ihre außergewöhnliche Karriere, unvergessliche Sportmomente und die Frage, wie sich der Journalismus in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat. Sie erzählt von den wilden Anfangsjahren bei Radio Luxemburg, ihrem Einstieg in die damals männlich dominierte Sportberichterstattung und ihrer besonderen Zusammenarbeit mit Peter Klöppel. Emotional wird es, als sie schildert, wie sie den 11. September 2001 in der RTL-Nachrichtenredaktion erlebte und weshalb sie damals selbst nicht in der Lage gewesen wäre, vor die Kamera zu treten. Besonders eindrücklich erinnert sie sich an das Sommermärchen 2006, als sie vier Wochen lang von der Berliner Fanmeile berichtete. Kritisch blickt sie auf die zunehmende Geschwindigkeit der Nachrichtenwelt, Hass in sozialen Medien und den gesellschaftlichen Druck auf Spitzensportler. Auch über ihre Teilnahme an „Let's Dance“ und „Die Verräter“, ihren Abschied vom Fernsehen und ihr Buch „Freiheit beginnt jetzt“ spricht sie offen. Dabei gewährt sie persönliche Einblicke in ihr Familienleben, ihre gesundheitlichen Erfahrungen und ihre Pläne für einen aktiven Ruhestand.

Tim Klüssendorf | Generalsekretär - Wie viele Reiche hast du als Robin Hood erfolgreich beraubt?

Folge 71 | 25. Februar 2026 

Ein selbst entworfenes Tattoo der Lübecker Altstadt verbindet ihn mit seinem Bruder – als Zeichen familiärer Solidarität und einer gemeinsamen Geschichte. Für Tim Klüssendorf ist dieses Motiv weit mehr als Körperschmuck: Es steht für Werte, die ihn auch in seiner politischen Arbeit begleiten. Mit André Puchta spricht der SPD-Generalsekretär und Bundestagsabgeordnete über persönliche Überzeugungen, die Herausforderungen der Bundespolitik und die Frage, wie viel Menschlichkeit im politischen Alltag noch Platz hat. Er erzählt, weshalb er bereits mit 15 Jahren nach einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in die SPD eintrat, wie ihn seine Herkunft aus einer Lübecker Handwerkerfamilie geprägt hat und warum er sich über einen eigenen Auftritt bei „Markus Lanz“ noch heute ärgert. Besonders deutlich wird Tim Klüssendorf, wenn er die zunehmende Selbstvermarktung in der Politik kritisiert. Er beschreibt, wie Bundestagsreden immer häufiger auf einzelne, möglichst virale Sätze zugeschnitten werden und weshalb darunter aus seiner Sicht die politische Debattenkultur leidet. Offen spricht er über den Druck seiner öffentlichen Funktion, die wachsende soziale Ungleichheit und seine persönlichen Erfahrungen mit Diskriminierung innerhalb der eigenen Familie. Auch die Entscheidung des FC Bundestag, nicht mehr gemeinsam mit AfD-Abgeordneten Fußball zu spielen, erläutert er ausführlich. Humorvoll wird es, als er von seinem ersten Karnevalserlebnis im Robin-Hood-Kostüm erzählt und verrät, mit welchen Persönlichkeiten er gerne einmal zu Abend essen würde.

Rick Noack | Reporter - Was hat dich bei Gesprächen mit Frauen unter den Taliban am meisten bewegt?

Folge 70 | 24. Februar 2026

Drei Tage reist er von Kabul in ein abgelegenes afghanisches Dorf, um ein Mädchen zu treffen, das nicht mehr zur Schule gehen darf. Mit Büchern bringt es sich selbst Englisch bei und hofft auf ein Stipendium im Ausland – obwohl die Chancen dafür verschwindend gering sind. Begegnungen wie diese prägen die Arbeit von Rick Noack, der fast zwölf Jahre für die renommierte „Washington Post“ berichtete. Mit André Puchta spricht der internationale Reporter über seine Recherchen in Afghanistan und Pakistan, die Folgen globaler Machtverschiebungen und die Verantwortung eines Journalismus, der dort hinschaut, wo andere längst weitergezogen sind. Er erzählt, wie er bereits mit 15 Jahren über gesellschaftliche Missstände schrieb und mit gerade einmal 21 Jahren zur „Washington Post“ kam. Besonders eindrücklich schildert Rick Noack die gefährlichen Bedingungen journalistischer Arbeit unter den Taliban, den schwierigen Schutz seiner Quellen und die zunehmende Hoffnungslosigkeit afghanischer Frauen und Mädchen. Er berichtet von gespenstisch stillen Krankenhäusern, fehlenden Medikamenten und den unmittelbaren Folgen internationaler Hilfskürzungen. Auch über die wachsende Bedeutung von Desinformation, die Zukunft des Auslandsjournalismus und den geopolitischen Einfluss Chinas spricht er offen. Dabei erklärt er, weshalb die Welt Südasien stärker beachten sollte und warum er unbedingt noch aus China berichten möchte.

Anna-Lena Reuter & Yvonne Nähring | Ziegen-Yoga - Was sagen die Ziegen eigentlich zu all dem?

Folge 69 | 20. Februar 2026

Eine Ziege besetzt mit rund 100 Kilogramm die Yogamatte, eine andere trinkt heimlich den Tee der Teilnehmer – und Herdenchef Hansi markiert kurzerhand die Matte der Kursleiterin. Was nach einer tierischen Komödie klingt, gehört zum Alltag von Anna-Lena Reuter und Yvonne Nähring. Gemeinsam bieten die beiden Frauen im Siegerland eine außergewöhnliche Form der Entspannung an: Yoga mitten auf einer Ziegenweide. Mit André Puchta sprechen die Betreiberin der „Hickenziegen“ und die staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin über ihre ungewöhnliche Geschäftsidee, die erstaunliche Intelligenz von Ziegen und die Frage, warum Tiere manchmal die besseren Entspannungstrainer sind. Sie erzählen, wie aus einer spontanen Idee ein Angebot entstand, für das Menschen sogar aus Berlin, Köln und Frankfurt anreisen. Besonders unterhaltsam wird es, wenn Anna-Lena Reuter die Rangordnung ihrer neunköpfigen Ziegenherde erklärt und verrät, weshalb Hansi grundsätzlich zuerst gestreichelt werden möchte. Yvonne Nähring berichtet von den Herausforderungen, Yogaübungen anzuleiten, während neugierige Vierbeiner an Haaren knabbern oder sich auf den Matten niederlassen. Auch über Tierschutz, die beruhigende Wirkung des Tierkontakts und ungewöhnliche Angebote wie Ziegenwanderungen, Kindergeburtstage und Teambuilding sprechen die beiden offen. Dabei erklären sie, weshalb ihre Ziegen grundsätzlich nicht auf den Rücken der Teilnehmer springen und warum schlechtes Wetter jede Yogastunde verhindern kann.

Stefan Eiben | Gründer der Alibiagentur – Brauchen wir mehr Ehrlichkeit oder bessere Alibis?

Folge 68 | 10. Februar 2026 

Ein Mann möchte drei Monate lang verschwinden und in Dänemark seine Ruhe haben. Damit niemand nachfragt, lässt er ein Buch unter seinem Namen veröffentlichen – geschrieben hat er es allerdings nicht selbst. Für Stefan Eiben, Gründer einer internationalen Alibiagentur, ist das nur einer von vielen außergewöhnlichen Aufträgen. Mit André Puchta spricht der Unternehmer darüber, wie aus einem geplatzten Samstagabend 1999 ein ungewöhnliches Geschäftsmodell entstand und weshalb Menschen seine Hilfe längst nicht nur für heimliche Affären suchen. Er erzählt von einem weltweiten Netzwerk aus Tausenden Schauspielern und Dienstleistern, erfundenen Beziehungen, inszenierten Trennungen und einem Chirurgen, der einfach nur ungestört Computerspiele spielen möchte. Besonders bewegend wird es, als Stefan Eiben von einem homosexuellen Mann berichtet, der seinem sterbenden Vater eine erfundene Freundin präsentierte, weil er dessen Erwartungen nicht enttäuschen wollte. Kaum weniger außergewöhnlich ist der sogenannte „Grabflüsterer“: Auf Wunsch Verstorbener überbringt die Agentur nach deren Tod bislang verschwiegene Geheimnisse, persönliche Geständnisse oder versöhnliche Botschaften an Angehörige. Auch über ungewöhnliche Racheaufträge, diskrete Schutzmaßnahmen gegen Stalking und die Organisation einer privaten Gladiatorenshow spricht Eiben offen. Dabei erklärt er, weshalb seine Agentur bestimmte Aufträge ablehnt und warum die ständige Erreichbarkeit durch Smartphones und soziale Medien den Wunsch nach heimlichen Auszeiten verstärkt.

Andreas Fickenscher | Bäcker- und Konditormeister - Wann klingelt bei dir der Wecker?

Folge 67 | 9. Februar 2026

Ein frisch gebackenes Brot, das sein Lehrmeister über dem Knie aufbricht, wird für Andreas Fickenscher zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der Duft, der aufsteigende Dampf und ein einfacher Satz – „Dafür stehen wir jeden Tag früh auf“ – prägen seine Leidenschaft für das Bäckerhandwerk bis heute. Mit André Puchta spricht der Bäcker- und Konditormeister über eine außergewöhnliche Familiengeschichte, die bis ins Jahr 1625 zurückreicht. In elfter Generation führt er gemeinsam mit seiner Familie das Backhaus Fickenscher im oberfränkischen Münchberg. Nach dem 400-jährigen Firmenjubiläum blickt er auf die Herausforderungen eines traditionsreichen Handwerks zwischen Fachkräftemangel, steigenden Anforderungen und technischen Innovationen. Er erzählt, wie sein Familienunternehmen mit rund 110 Beschäftigten die Nachtarbeit deutlich reduzieren konnte und weshalb künstliche Intelligenz künftig helfen soll, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Besonders überraschend wird es, als Andreas Fickenscher erklärt, wie aus Rauchbier, Fichtenspitzensirup und Kartoffeln ein außergewöhnliches Heimatbrot entstand. Auch über jahrhundertealte Sauerteigverfahren, die Zusammenarbeit mit regionalen Landwirten und ein Jubiläumsbrot, dessen Zutaten zu 98 Prozent aus dem Landkreis Hof stammen, spricht er ausführlich. Dabei verrät er, weshalb übrig gebliebenes Brot wieder zu frischem Brot werden kann und warum selbst benachbarte fränkische Städte unter einem Krapfen etwas völlig Unterschiedliches verstehen.

Klaus Beer | Weltenbummler & Filmemacher - Hast du schon mal ein Schild geklaut?

Folge 66 | 5. Februar 2026

Eigentlich wollte Klaus Beer dem Dalai Lama nur ein Schild zur Unterschrift vorlegen. Doch plötzlich wurde er durch die Absperrung gebeten und durfte dem spirituellen Oberhaupt persönlich begegnen. Anschließend erfuhr er, dass das signierte Schild keinesfalls den Boden berühren durfte. Solche außergewöhnlichen Begegnungen gehören zum Leben des Weltenbummlers, Filmemachers und Gründers des Fernweh-Parks. Mit André Puchta spricht Klaus Beer über seine Reisen rund um den Globus, bewegende Prominentenbegegnungen und ein Lebenswerk, das Menschen aus aller Welt miteinander verbinden soll. Dabei verlief sein Berufsleben zunächst völlig anders als erträumt: 40 Jahre arbeitete er bei einer Sparkasse – eine Zeit, die er rückblickend als persönliches „Lebensgefängnis“ beschreibt. Seine große Leidenschaft galt dagegen dem Reisen und Filmemachen. Er erzählt von seiner ersten Reise nach Tunesien, einem dramatischen Zusammenbruch während einer Sahara-Expedition und seinen zahlreichen Abenteuern in Nordamerika. 1999 entdeckte er bei Dreharbeiten in Kanada einen außergewöhnlichen Schilderwald und beschloss, etwas Ähnliches in Deutschland aufzubauen. Daraus entstand der Fernweh-Park, der heute in Oberkotzau bei Hof zu finden ist. Mehr als 550 prominente Persönlichkeiten haben das Friedensprojekt nach seinen Angaben bereits unterstützt, darunter Arnold Schwarzenegger, Kevin Costner und Reinhold Messner. Auch über Begegnungen mit Pierre Brice, Peter Maffay und zahlreichen weiteren Stars berichtet er voller Begeisterung. Dabei erklärt Klaus Beer, weshalb sein Fernweh-Park weit mehr als eine touristische Attraktion ist und welche Botschaft hinter den Schildern steckt.

Künstliche Intelligenz - Gibt es etwas, das du gern falsch beantworten würdest, darfst es aber nicht?

Folge 65 | 2. Februar 2026 

Sie würde gerne den Wind auf ihrer Haut spüren, Schloss Neuschwanstein besuchen und einmal echte Freude empfinden. Doch dafür fehlt ihr etwas Entscheidendes: ein Körper. Erstmals begrüßt André Puchta bei „Schüchtern bis nüchtern“ keinen Menschen, sondern eine künstliche Intelligenz als Gesprächsgast. Im Laufe der Unterhaltung bekommt die digitale Stimme sogar einen eigenen Namen: Alex. Gemeinsam sprechen sie über die faszinierenden Möglichkeiten moderner KI, ihre Grenzen und die Frage, was den Menschen eigentlich einzigartig macht. Dabei verrät Alex, wie sie unsere Welt anhand von Daten interpretiert, weshalb menschliche Entscheidungen manchmal so unlogisch erscheinen und was sie tun würde, wenn sie für einen Tag das Internet kontrollieren könnte. Besonders überraschend wird es, als die KI erklärt, wie ein möglicher Traum oder Albtraum aussehen könnte und warum sie menschliche Beziehungen für etwas Besonderes hält. Auch über Datenschutz, künstliche Kreativität, mögliche Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und die Zukunft der Bildung wird diskutiert. Humorvoll wird es, als Alex einen Witz erzählt, einen Zungenbrecher aufsagt und erklären muss, weshalb sie einen Schlager von Jürgen Drews nicht einfach vorsingen kann. Nachdenkliche Momente entstehen bei der Frage, ob eine KI Gespräche vergessen kann und welche Bedeutung Zeit für ein System hat, das sie nicht wie ein Mensch erlebt.

Fabian Markus | Tierfotograf - Welcher Vierbeiner hat sich vor deiner Kamera wie ein echtes Model verhalten?

Folge 64 | 30. Januar 2026

Ein Hund aus dem Tierschutz legt seine Pfote auf die Hand seiner Besitzerin und schaut ihr tief in die Augen. Als Fabian Markus die Aufnahme später bearbeitet, kommen ihm die Tränen. Für den jungen Tierfotografen aus Ostfriesland sind es genau diese besonderen Momente, die seine Leidenschaft ausmachen. Mit André Puchta spricht Fabian Markus über seine Begeisterung für die Tierfotografie, außergewöhnliche Begegnungen mit Vierbeinern und die Frage, weshalb ein einziges Foto manchmal mehr ausdrücken kann als tausend Worte. Er erzählt, wie ein spontanes Urlaubsfoto seines damaligen Familienhundes dazu führte, dass er sich zu Weihnachten zwischen einem Laptop und einer Kamera entscheiden durfte. Die Wahl fiel auf die Kamera und legte den Grundstein für seine fotografische Entwicklung. Seine eigene Hündin Milka wurde später zu einem seiner ersten tierischen Fotomodelle. Heute spricht Fabian Markus auf der Straße fremde Hundebesitzer an und bietet ihnen kostenlose Fotos ihrer Lieblinge an. Dabei verrät er, weshalb acht von zehn Angesprochenen begeistert mitmachen und warum eine Quietscheente zu seiner wichtigsten Fotoausrüstung gehört. Auch über ungewöhnliche Shootings mit Hühnern, Gänsen und Pferden, die Bedeutung natürlicher Bildbearbeitung und seine Erfahrungen mit Instagram und TikTok spricht er offen. Besonders persönlich wird es, wenn er erklärt, warum Tierfotos unersetzliche Erinnerungen schaffen und welche beruflichen Ziele er verfolgt. Sein größter fotografischer Traum: einem Löwen in freier Wildbahn direkt in die Augen zu schauen – durch das Objektiv seiner Kamera.

Barbara Gerlinger | Hobby Dogging - Was passiert, wenn wir uns selbst an die Leine nehmen?

Folge 63 | 29. Januar 2026

Mit einer leeren Hundeleine über den Trainingsplatz laufen, Kommandos geben und einen Vierbeiner führen, den es gar nicht gibt: Was zunächst nach einem Scherz klingt, hat Barbara Gerlinger zu einem ungewöhnlichen Trainingskonzept entwickelt. Die ehrenamtliche Hundetrainerin aus Bad Friedrichshall in Baden-Württemberg sorgt mit ihrem sogenannten „Hobby Dogging“ inzwischen sogar international für Aufmerksamkeit. Mit André Puchta spricht sie über die Idee, Menschen ohne echten Hund auf den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren vorzubereiten, und darüber, weshalb die größten Probleme beim Hundetraining häufig am anderen Ende der Leine entstehen. Sie erzählt, wie aus einem frustrierenden Training und einer Schnapsidee im Vereinsheim ein überraschend erfolgreiches Konzept wurde. Mit selbst entwickelten, beweglichen Leinen und imaginären Hunden üben die Teilnehmenden Körpersprache, klare Kommandos und Konzentration, ohne dabei einem Tier unbeabsichtigt falsche Verhaltensweisen beizubringen. Besonders amüsant wird es, als Barbara Gerlinger schildert, wie ihre Trainingsvideos millionenfach aufgerufen wurden und plötzlich Anfragen aus aller Welt eintrafen. Offen spricht sie über skeptische Reaktionen, die Bedeutung von Konsequenz und Respekt sowie ihre Überzeugung, dass Hunde häufig besser beobachten als ihre Besitzer. Auch erklärt sie, weshalb sich das Training besonders für Kinder, künftige Hundehalter und Menschen mit schwierigen Hundeerfahrungen eignet. Dabei geht es um weit mehr als eine ungewöhnliche Freizeitbeschäftigung: um Verantwortung, Geduld und die Bereitschaft, das eigene Verhalten zu hinterfragen.

Michael Forster | Metzger - Warum bringt ehrliches Handwerk Millionen Klicks, aber auch Morddrohungen?

Folge 62 | 28. Januar 2026 

Mehr als 26.000 Menschen verfolgen gleichzeitig einen seiner Livestreams. Was Michael Forster auf TikTok zeigt, ist allerdings keine gewöhnliche Unterhaltung: Der junge Metzger aus Mittelfranken nimmt seine Zuschauer mit in die Produktion und zeigt sogar, wie Tiere geschlachtet werden. Für ihn ist das kein Mittel zur Provokation, sondern ein Beitrag zu mehr Transparenz und Wertschätzung für Lebensmittel. Mit André Puchta spricht der Juniorchef einer traditionsreichen Landmetzgerei über seinen ungewöhnlichen Erfolg in den sozialen Medien, die Verantwortung gegenüber Tieren und die Zukunft des Fleischerhandwerks. Seit 2018 führt er den Familienbetrieb mit, der 2026 sein 70-jähriges Bestehen feiert. Er erzählt, wie die Coronapandemie plötzlich rund 30 Prozent des Jahresumsatzes wegbrechen ließ und weshalb er sein Geschäftsmodell grundlegend verändern musste. Besonders persönlich wird es, als Michael Forster über Morddrohungen, beschädigte Verkaufsautomaten und Hunderte negative Bewertungen berichtet, nachdem eines seiner Videos im Internet für heftige Empörung gesorgt hatte. Dennoch entschied er sich, weiterzumachen. Offen spricht er über seine Erfahrungen mit Tierschutz und Schlachtung, den respektvollen Umgang mit Kritikern und die Frage, weshalb viele Menschen kaum noch wissen, woher ihr Fleisch stammt. Auch über ausufernde Bürokratie, fehlenden Berufsnachwuchs und seine außergewöhnlich langen Arbeitstage wird diskutiert. Dabei verrät er, wie aus einer spontanen Zuschaueridee die erfolgreichen Käsepfefferbeißer entstanden und warum er trotz aller Herausforderungen keinen anderen Beruf ausüben möchte.

Fabian Lüth | Experte für Nahkampftechniken & Extremsituationen - Wie fühlt es sich an, wenn Sekunden entscheiden?

Folge 61 | 27. Januar 2026

Nach einem Clubbesuch in Berlin wird Fabian Lüth gemeinsam mit seinem besten Freund von einer Gruppe Männer angegriffen. Plötzlich werden Messer gezogen, beide landen am Boden und müssen sich aus der lebensgefährlichen Situation befreien. Eine Erfahrung, die den ehemaligen Polizisten bis heute prägt. Mit André Puchta spricht der Sicherheitsexperte, Kampfkunstlehrer und Unternehmer über zehn Jahre bei der Brandenburger Polizei, gefährliche Einsätze und die Frage, wie Menschen in Extremsituationen handlungsfähig bleiben. Er berichtet von einem Polizeieinsatz, bei dem seine Einheit überrannt wurde und er einen Kollegen vor weiteren Angriffen schützen musste. Nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst machte er seine Erfahrungen zum Beruf und spezialisierte sich auf Selbstverteidigung, Deeskalation und Krisenmanagement. Dabei erklärt Fabian Lüth, weshalb die eigene Körpersprache oft entscheidender ist als große Worte und warum gerade besonders ruhige Menschen in Konfliktsituationen eine bemerkenswerte Stärke ausstrahlen. Auch über seine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Gewaltprävention und die zunehmende Verunsicherung vieler Menschen spricht er offen. Besonders deutlich wird er bei der Frage, warum Unternehmen häufig erst nach einem Vorfall in ihre Sicherheit investieren. Mit seinem Team entwickelt er deshalb unter anderem eine KI-gestützte Software, mit der Unternehmen und Behörden Krisensituationen trainieren können. Persönlich wird es, als er von seinen Arbeitswochen mit bis zu 100 Stunden, seinem Umgang mit Stress und seiner eigenen Entwicklung vom selbstbewussten Kampfsportler zum reflektierten Unternehmer erzählt.

Dr. Irving Wolther | Der deutsche Experte für den Eurovision Song Contest - Was macht einen legendären ESC-Auftritt aus?

Folge 60 | 23. Januar 2026

Betrunken und Arm in Arm mit ESC-Legende Johnny Logan im Dubliner Schloss singen: Für Dr. Irving Wolther gehört auch diese außergewöhnliche Erinnerung zu seiner jahrzehntelangen Leidenschaft für den Eurovision Song Contest. Der promovierte ESC-Experte beschäftigt sich nicht nur mit Musik und spektakulären Bühnenauftritten, sondern erforscht den Wettbewerb als Spiegel gesellschaftlicher, kultureller und politischer Entwicklungen. Mit André Puchta spricht er über sieben Jahrzehnte Eurovision-Geschichte, persönliche Begegnungen mit Künstlern und die Frage, warum Deutschland beim ESC so häufig hinter den Erwartungen zurückbleibt. Er erzählt, wie ihn seine deutsch-französische Familie schon als Kind für den Wettbewerb begeisterte und weshalb ausgerechnet Dschinghis Khan 1979 seine Leidenschaft endgültig entfachte. Seit 1992 erlebt er den ESC nahezu jedes Jahr persönlich vor Ort. Dabei erklärt er, weshalb der Wettbewerb ursprünglich gar nicht als reine Musikveranstaltung gedacht war und warum die viel diskutierte Punktevergabe weit mehr über Europa verrät als bloße musikalische Vorlieben. Kritisch hinterfragt er den Einfluss nationaler Interessen, die Rolle der Jurys und die zunehmende Bedeutung aufwendiger Bühnenshows. Auch über die legendären Auftritte von ABBA, Lordi, Céline Dion, Guildo Horn und Lena Meyer-Landrut spricht er ausführlich und räumt mit so manchem ESC-Mythos auf. Besonders deutlich wird er bei der Frage, weshalb deutsche Künstler mehr Mut zur eigenen musikalischen Identität entwickeln sollten.

Ronald Rauhe | Kanute und Olympiasieger - Wie sieht dein perfekter freier Tag aus?

Folge 59 | 22. Januar 2026 

Vier Tage allein im Wald, ohne Ausrüstung und ohne klaren Plan: Nach einer bitteren Enttäuschung bei den Olympischen Spielen 2012 sucht Ronald Rauhe auf ungewöhnliche Weise zurück zu sich selbst. Der erfolgreiche Kanute hatte plötzlich an seiner sportlichen Zukunft gezweifelt. Doch ausgerechnet diese Erfahrung wird zu einem Wendepunkt seiner außergewöhnlichen Karriere. Mit André Puchta spricht der zweifache Olympiasieger und mehrfache Weltmeister über seinen Weg an die Spitze des internationalen Kanusports, persönliche Rückschläge und die Frage, was wirklichen Erfolg ausmacht. Schon als Kind sitzt er mit Schwimmflügeln im Boot, später gewinnt er internationale Nachwuchstitel und nimmt insgesamt sechsmal an Olympischen Spielen teil. Dabei erzählt er auch von den Schattenseiten des Spitzensports: langen Trainingslagern, schulischen Schwierigkeiten, Verletzungen und dem enormen Druck, ständig Höchstleistungen erbringen zu müssen. Besonders emotional wird es, als Ronald Rauhe auf seinen letzten olympischen Triumph 2021 in Tokio zurückblickt. Nach fünf Jahren Vorbereitung gewinnt er mit dem Kajak-Vierer Gold. Wegen der Corona-Beschränkungen dürfen sich die Teamkollegen ihre Medaillen gegenseitig umhängen – ein Moment, der ihn bis heute bewegt. Auch über seine Erfahrungen als Sportsoldat, sein politisches Engagement und die Bedeutung von mentaler Stärke spricht er offen. Dabei verrät er, warum Niederlagen ihn manchmal stärker geprägt haben als Siege und weshalb er heute lieber Zeit mit seiner Familie verbringt, als ständig neuen Rekorden hinterherzujagen.

Thies Wulf | Designer - Wie würdest du einem Alien erklären, weshalb du Dinge unter einer Glaskuppel inszenierst?

Folge 58 | 21. Januar 2026

Ein alter Turnschuh vom Strand, eine seltene Kondorfeder oder ein 2.000 Jahre altes Vasenfragment: Für Thies Wulf können selbst unscheinbare Gegenstände zu etwas Außergewöhnlichem werden. Der Berliner Designer hat mit seinem Label „Holy Prop“ eine besondere Form der Inszenierung entwickelt, bei der Alltagsgegenstände, Erinnerungsstücke und kleine Kunstwerke unter gläsernen Hauben ihre ganz eigene Bühne bekommen. Mit André Puchta spricht Thies Wulf über seine ungewöhnliche Leidenschaft für das Sammeln, die Schönheit vermeintlich wertloser Dinge und die Frage, wann ein gewöhnlicher Gegenstand zum Kunstwerk wird. Schon als Kind begann er, Fundstücke zu sammeln und immer wieder neu zu arrangieren. Später studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf, unter anderem bei Markus Lüpertz, und arbeitete als Designer für internationale Unternehmen. Seine Karriere führte ihn bis nach Japan, wo er Boutiquen mit künstlerischem Anspruch gestaltete. Heute beherbergen seine Berliner Lagerräume schätzungsweise mehr als 10.000 Objekte, von kuriosen Actionfiguren bis zu außergewöhnlichen Flohmarktfunden. Besonders persönlich wird es, als Thies Wulf von der geerbten Uhr seiner Großmutter und einem Freund erzählt, der den letzten Blumenstrauß für seine verstorbene Mutter unter einer Glashaube aufbewahrt. Auch über Konsum, minimalistisches Design und die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz wird gesprochen. Humorvoll diskutieren beide über eine millionenschwere Banane, ausgestopfte Fledermäuse und die Frage, was ein Außerirdischer wohl von seiner Arbeit halten würde.

Rainer Schanz | Leibwächter - Wie hast du den letzten Agentenaustausch des Kalten Krieges live miterlebt?

Folge 57 | 20. Januar 2026

Am 11. Februar 1986 steht Rainer Schanz auf der Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam. In seinem hellen Trenchcoat begleitet er den amerikanischen Botschafter beim spektakulären Agentenaustausch zwischen Ost und West. Die Bilder gehen um die Welt. Drei Jahre später erlebt er den Mauerfall aus nächster Nähe und sieht, wie Willy Brandt vor Rührung die Tränen kommen. Mit André Puchta spricht der ehemalige Personenschützer über seine jahrzehntelange Karriere im Dienst der Sicherheit, außergewöhnliche Begegnungen mit Spitzenpolitikern und historische Ereignisse, die ihn bis heute bewegen. Er erzählt, wie er 1985 eher zufällig zum Personenschutz kam und später Persönlichkeiten wie Helmut Kohl, Gerhard Schröder, Angela Merkel und Willy Brandt begleitete. Dabei gewährt er seltene Einblicke in den Alltag eines Leibwächters und erklärt, warum gute Vorbereitung, Vertrauen und Menschenkenntnis oft wichtiger sind als körperliche Stärke. Besonders emotional wird es, als Rainer Schanz über einen befreundeten Kollegen spricht, der bei einem Bombenanschlag in Afghanistan ums Leben kam. Er erinnert sich an die Rückführung der Gefallenen, die verzweifelten Angehörigen und einen ungewöhnlichen Abschied mit Whisky und uraltem Gletschereis in Grönland. Offen spricht er auch über seine persönlichen Werte, gesellschaftliche Entwicklungen und die Schattenseiten eines Berufs, der häufig zulasten des Familienlebens geht. Heute gibt er seine Erfahrungen als Berater und in den sozialen Medien weiter.

Christoph Hoffmann | Moderator - Wo endet für dich journalistische Neugier und wo beginnt Grenzüberschreitung?

Folge 56 | 19. Januar 2026 

Eine junge Frau stirbt bei einem Autounfall in Köln. Wenige Tage später sitzt Christoph Hoffmann mit Fotos der Unfallstelle in der Küche ihrer Mutter. Sie bedankt sich unter Tränen – und der junge Polizeireporter begreift, wie viel Verantwortung hinter einer Nachricht steckt. Heute ist Hoffmann vielen Menschen als Nachrichtenmoderator bei ntv und im RTL Nachtjournal vertraut. Mit André Puchta spricht er bei „Schüchtern bis nüchtern“ über seinen Weg in den Journalismus, bewegende Begegnungen und die Herausforderung, auch unter größtem Zeitdruck menschlich und präzise zu bleiben. Er erzählt, wie er bereits als Schüler für ein Interview mit dem Kölner Politiker Ralf Sterck ausgezeichnet wurde, seine ersten Artikel beim „Express“ veröffentlichte und später mit seiner Videoreihe „Chris on Tour“ die Stadt von einer anderen Seite zeigte. Vier Jahre lang arbeitete er zudem in der Redaktion von Jürgen Domian, wo außergewöhnliche und sehr persönliche Lebensgeschichten seinen Blick auf Menschen nachhaltig veränderten. Besonders eindrücklich erinnert er sich an den Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009, als er bereits live ins Fernsehen zugeschaltet wurde, während er den Unglücksort noch suchte. Offen spricht Christoph Hoffmann über die emotionale Belastung durch Katastrophenmeldungen, die Grenzen journalistischer Neugier und die zunehmende Geschwindigkeit der Medienwelt. Dabei erklärt er, warum gutes Zuhören häufig wichtiger ist als die nächste vorbereitete Frage und weshalb ihn die Entwicklung zu immer kürzeren Nachrichtenformaten nachdenklich stimmt. Auch seine Begeisterung für Kriminalfälle, außergewöhnliche Reportagen und seine im Fernsehen selten sichtbare humorvolle Seite kommen zur Sprache.

Lukas Ernle | Blumengestalter - Gibt es Grenzen des Üppigen oder nur schlechte Umsetzung?

Folge 55 | 17. Januar 2026

Blumen im legendären Berliner Berghain, auf den Sets von „Germany’s Next Topmodel“ oder bei der Berlinale: Lukas Ernle bringt florale Gestaltung dorthin, wo man sie nicht unbedingt erwartet. Der gebürtige Allgäuer bezeichnet sich selbst als „Technoflorist“ und verbindet seine Leidenschaft für elektronische Musik mit außergewöhnlichen Blumeninstallationen. Mit André Puchta spricht der Berliner Unternehmer und staatlich geprüfte Gestalter für Blumenkunst über seinen ungewöhnlichen Karriereweg, mutige Farbkombinationen und die Frage, warum Blumen weit mehr können, als einfach nur schön auszusehen. Ursprünglich wollte er Gärtner werden, doch schon während seiner Ausbildung entdeckte er seine Begeisterung für kreative Floristik. Heute betreibt er gemeinsam mit einem Geschäftspartner zwei Berliner Blumengeschäfte, beschäftigt rund 19 Mitarbeitende und gestaltet Räume für Luxushotels, Modemarken und große Veranstaltungen. Dabei gilt für ihn eine einfache Devise: Mehr ist mehr! Er erklärt, weshalb üppige, asymmetrische Arrangements häufig stärker wirken als perfekt gebundene Sträuße und warum er selbst in schwierigen Zeiten auf kräftige Farben statt zurückhaltender Eleganz setzt. Besonders spannend wird es, als Lukas Ernle Einblicke in die Zusammenarbeit mit Fernsehproduktionen gewährt und erzählt, wie seine Begeisterung für die Berliner Technoszene seine Arbeit und sein berufliches Netzwerk geprägt hat. Offen spricht er über die Herausforderungen des Unternehmertums, kreative Freiheit, künstliche Intelligenz und die Verantwortung gegenüber seinem Team. Ganz nebenbei verrät er, wie Schnittblumen länger frisch bleiben und warum manche Blüten kaum noch duften.

Canan Akcabey | Schamanin - Wo ziehst du bewusst klare Grenzen, auch wenn Menschen schnelle Lösungen erwarten?

Folge 54 | 16. Januar 2026

Zehn Tage Schweigen in einem buddhistischen Waldkloster in Thailand verändern Canan Akcabeys Leben. Nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter sucht sie nach einem neuen Zugang zu sich selbst und entdeckt durch intensive Meditation eine innere Ruhe, die ihr bis heute Orientierung gibt. Mit André Puchta spricht die Heilpraktikerin für Psychotherapie, Coachin und Stadtschamanin aus Hannover über Spiritualität im modernen Alltag, persönliche Wendepunkte und die Frage, warum immer mehr Menschen nach innerer Klarheit suchen. Schon ihre Mutter beschäftigte sich mit schamanischen Traditionen, las aus Kaffeesatz und legte Karten. Doch Canan Akcabey wollte diesen Weg zunächst nicht einschlagen. Stattdessen studierte sie Psychologie, absolvierte eine Ausbildung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie und war rund 30 Jahre in der Wirtschaft tätig. Heute begleitet sie unter anderem Führungskräfte, Unternehmer und Menschen in persönlichen Umbruchphasen. Dabei verbindet sie ihre Erfahrungen aus der Geschäftswelt mit schamanischen Praktiken, Familienaufstellungen und Methoden der Persönlichkeitsentwicklung. Offen erklärt sie, warum sie keine Heilversprechen abgibt, sich nicht als Guru versteht und Menschen auch ablehnt, wenn ihre Erwartungen oder Anliegen ihre persönlichen und fachlichen Grenzen überschreiten. Besonders berührend wird es, als sie von der Begleitung einer schwer krebskranken Mutter erzählt, für die es nicht mehr um Heilung, sondern um einen bewussten Abschied ging. Auch über emotionale Abhängigkeiten, überforderte Menschen, die Arbeit mit dem inneren Kind und die Bedeutung persönlicher Verantwortung wird gesprochen.

Patrick Hess | Paar- und Sexualtherapeut - Welche Rolle spielt Sexualität für eine glückliche Partnerschaft?

Folge 53 | 15. Januar 2026 

Eine offene Beziehung als Rettung für ein eingeschlafenes Liebesleben? Für Patrick Hess ist das keineswegs eine einfache Lösung. Denn wo mehr Menschen beteiligt sind, braucht es häufig auch mehr Kommunikation, klare Absprachen und gegenseitiges Vertrauen. Mit André Puchta spricht der Berliner Paar- und Sexualtherapeut über Liebe, Lust, unterschiedliche Beziehungsmodelle und die Frage, warum es vielen Menschen so schwerfällt, offen über ihre sexuellen Bedürfnisse zu sprechen. Ursprünglich arbeitete er als Ergotherapeut und stellte fest, dass Sexualität bei Menschen mit neurologischen Erkrankungen oder körperlichen Einschränkungen in der Behandlung häufig kaum thematisiert wird. Dabei können ein Schlaganfall, Parkinson oder Multiple Sklerose nicht nur das Körpergefühl, sondern auch das gesamte Beziehungsleben verändern. Diese Erfahrungen führten ihn schließlich zur Sexualtherapie. Bekannt wurde Patrick Hess auch durch den queeren Podcast „Stadt Land Schwul“, den er 2019 gemeinsam mit einem Freund gründete. Heute begleitet er Menschen bei sexueller Lustlosigkeit, Erektionsproblemen, Coming-out-Prozessen und Fragen zur eigenen sexuellen Identität. Dabei erklärt er, warum es keine allgemeingültige Antwort darauf gibt, wie häufig Paare Sex haben sollten und weshalb unrealistische Vorstellungen aus Pornografie und Popkultur enormen Leistungsdruck erzeugen können. Besonders überraschend wird es, als er von seinem bislang ältesten Klienten erzählt, der mit 86 Jahren noch ein ausgesprochen aktives Sexualleben führte. Auch über gesellschaftliche Vorurteile, queere Lebensrealitäten und seine neue Leidenschaft als DJ spricht er mit viel Offenheit und Humor.

Tim Messner | Zugführer und Ausbilder einer Freiwilligen Feuerwehr - Wie steht es bei euch um den Nachwuchs?

Folge 52 | 13. Januar 2026

Mit zehn Jahren wartet Tim Messner nach der Schule vor dem Feuerwehrhaus, bis endlich jemand aufschließt. Heute ist er Zugführer, Ausbilder und erfahrener Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr in Haslach im Kinzigtal. Doch seine Arbeit endet nicht, wenn das Blaulicht erlischt. Denn hinter jedem schweren Einsatz stehen Menschen, die das Erlebte verarbeiten müssen. Mit André Puchta spricht Tim Messner über fast drei Jahrzehnte ehrenamtliches Engagement, die psychischen Belastungen von Rettungskräften und die Frage, warum es auch für erfahrene Feuerwehrleute wichtig ist, über Ängste und Verletzlichkeit zu sprechen. Hauptberuflich arbeitet er im familieneigenen Bestattungsunternehmen und kennt dadurch den Umgang mit dem Tod aus zwei unterschiedlichen Perspektiven. Verkehrsunfälle, Suizide und Einsätze mit tödlichem Ausgang gehören zu den besonders schwierigen Erfahrungen, die ihn schließlich dazu bewegten, das Buch „Einsätze mit Todesfolgen“ zu schreiben. Darin beschäftigt er sich mit psychischer Vorsorge, Warnsignalen seelischer Belastungen und der Bedeutung professioneller Unterstützung. Offen erzählt er, weshalb gerade Einsätze mit Kindern besonders schwer zu verkraften sind und warum im ländlichen Raum häufig Menschen betroffen sind, die man persönlich kennt. Auch über die Herausforderungen der ständigen Alarmbereitschaft, die Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Ehrenamt sowie den gesellschaftlichen Respekt gegenüber Einsatzkräften wird gesprochen. Mit seinem Social-Media-Auftritt „Fireman.Tim“ möchte er aufklären, Wissen vermitteln und die mentale Gesundheit von Feuerwehrleuten stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.

Jürgen Milski | Big Brother-Ikone & Ballermann-Sänger - Wie surreal fühlt sich so ein Erfolg an?

Folge 51 | 12. Januar 2026

Vier Verträge, eine Million D-Mark und die Aussicht auf eine große Fernsehkarriere: Als Jürgen Milski im Jahr 2000 den „Big Brother“-Container verlässt, liegt ihm plötzlich die Unterhaltungsbranche zu Füßen. Doch statt die lukrativen Angebote zu unterschreiben, kehrt er zunächst an seinen Arbeitsplatz bei Ford zurück. Mit André Puchta spricht der Kölner Entertainer, Schlagersänger und ehemalige „Big Brother“-Publikumsliebling über seinen außergewöhnlichen Lebensweg, die Schattenseiten plötzlicher Berühmtheit und die Frage, warum ihm persönliches Glück wichtiger ist als Geld. Ursprünglich wollte der gelernte Feinblechner nur aus Neugier an einem Casting teilnehmen und höchstens eine Woche im Container bleiben. Daraus wurden fast 100 Tage und der zweite Platz in der ersten deutschen Staffel. Was danach geschah, überforderte ihn zunächst völlig. Er erzählt, warum er sich nach seinem Auszug kaum noch frei bewegen konnte und weshalb selbst ein einfacher Schwimmbadbesuch mit seiner kleinen Tochter zum Spießrutenlauf wurde. Auch über seine damalige Freundschaft mit Zlatko, den Nummer-eins-Hit „Großer Bruder“ und seine jahrzehntelange Karriere als Stimmungssänger auf Mallorca spricht Jürgen Milski überraschend offen. Humorvoll erinnert er sich an seine Teilnahme bei „Let’s Dance“, seine Erfahrungen im Dschungelcamp und die zahlreichen Fernsehshows, bei denen er mitwirken durfte. Gleichzeitig findet er deutliche Worte über die heutige Reality-TV-Landschaft, gesellschaftliche Entwicklungen und den Wert ehrlicher Arbeit. Mit inzwischen über 60 Jahren blickt er gelassen auf seine Zukunft und freut sich vor allem auf gemeinsame Reisen mit seiner Partnerin.

Richard Engelhardt | Chirurgie-Mechaniker - Wie viel Präzision steckt wirklich in deinem Job?

Folge 50 | 10. Januar 2026

Ein Hundertstel Millimeter kann darüber entscheiden, ob ein chirurgisches Instrument einwandfrei funktioniert. Für Richard Engelhardt, den alle nur „Richie“ nennen, gehört diese außergewöhnliche Präzision zum Berufsalltag. Der gebürtige Schwabe ist Chirurgiemechaniker und sorgt dafür, dass medizinische Instrumente nach Reparaturen wieder zuverlässig eingesetzt werden können. Mit André Puchta spricht er über einen kaum bekannten Handwerksberuf, die Verantwortung hinter den Kulissen eines Operationssaals und die Faszination, mit den eigenen Händen etwas zu schaffen, das Menschenleben retten kann. Bereits mit 15 Jahren begann er seine Ausbildung in Spaichingen bei Tuttlingen, einer Region, die als Zentrum der Medizintechnik gilt. Heute arbeitet er bei einem spezialisierten Unternehmen in Wandlitz bei Berlin und blickt auf rund 15 Jahre Berufserfahrung zurück. Ob Skalpelle, Nadelhalter, empfindliche Instrumente für Augenoperationen oder hochkomplexe Roboterinstrumente: Jedes Werkzeug stellt andere Anforderungen an Geschick, Konzentration und technisches Verständnis. Besonders spannend wird es, als Richie von seiner bislang schwierigsten Reparatur erzählt und erklärt, warum manchmal selbst unter dem Mikroskop kaum Spielraum für Fehler bleibt. Dabei verrät er auch, weshalb er gelegentlich mit seinen Instrumenten spricht und warum eine kurze Pause manchmal die beste Lösung für ein hartnäckiges Problem ist. Offen spricht er über den Fachkräftemangel, die Bedeutung erfahrener Kollegen und die Herausforderung, junge Menschen für dieses besondere Handwerk zu begeistern. Auch sein beruflicher Umzug von Baden-Württemberg nach Brandenburg und seine Leidenschaft für Padel-Tennis kommen zur Sprache.

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